Ein gut geschriebener Fantasyroman, in den man leicht eintauchen kann. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm einfach zu lesen.
Tropes:Pirates, Strong Female Charakter, Enemies to Lovers, Slow Burn, Morally Grey Charakters, Hidden IdentitySpiece Level:¿¿ (1/5)Keine expliziten spiece Szenen. Leichte romantische Spannung und Flirten. Die Geschichte setzt klar auf Abenteuer und Handlung, nicht auf körperliche Beziehung.Die Protagonistin Alosa hat mir gut gefallen. Als Tochter des Piratenkönigs wurde sie entsprechend erzogen: stark, furchtlos und auf viele Situationen vorbereitet. Bei solchen weiblichen Charakteren besteht oft die Gefahr, dass sie nahezu unbesiegbar wirken und alle anderen übertreffen. In diesem Buch wird das teilweise auch deutlich - besonders in Kombination mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten. Dennoch bleibt sie greifbar, da sie trotz allem noch (zum Teil) menschlich ist, Schwächen zeigt und auch überrascht werden kann. Man kann eben nicht immer auf alles vorbereitet sein.Was ich am Anfang etwas unrealistisch fand: Als sie sich gefangen nehmen lässt, handelt sie mit der gegnerischen Piratencrew aus, dass sie ihre Sachen behalten darf. Für mich war das schwer nachvollziehbar - gerade als Pirat würde man doch misstrauisch sein und ihre Sachen überprüfen oder gar nicht erst mitnehmen. Später bestätigt sich das auch, da sie mehrfach aus ihrer Zelle entkommt. Da habe ich mich gefragt, warum daraus keine Konsequenzen gezogen werden.Riden empfand ich als eher "sanft" für einen Piraten, was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Gleichzeitig mochte ich genau das an ihm.Die Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe von Alosa und Riden wirkten auf mich teilweise zu perfekt und dadurch etwas unrealistisch. Gerade wenn man jemanden erst kennenlernt, kann man nicht alles sofort durchschauen.Das Buch hat aber auch humorvolle Momente. Besonders amüsant fand ich den Aberglauben von Enwen.Neben der Handlung vermittelt die Geschichte auch eine klare Botschaft: Man sollte sein Leben selbst gestalten und sich nicht von anderen bestimmen lassen. Dafür braucht es Mut - und selbst wenn nicht alles glatt läuft, sollte man versuchen, das Beste daraus zu machen.