Im Finale zieht sich der Kriegsschauplatz dann zusammen und der Autor beleuchtet auch viele persönliche Hintergründe; aber auch Entscheidungen und Vorurteile, was ich total interessant fand. Sowas gibt auch immer viel Einblick in die Gefühlswelt des Autors und was er mit der Geschichte aussagen möchte.Zum Beispiel in einem kurzen Dialog, als jemand zweifelt an dem, was er gemacht bzw. wofür er sich entschieden hat: es ist seine Entscheidung, sein Scheitern - das aber mit den besten Absichten so geschehen ist und eben passiert. Was anderen dabei zugestoßen ist ist ihre Sache und hat nichts mit ihm zu tun. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.Das ist jetzt meine Kurzfassung davon und ich weiß nicht, ob ich es so transportieren kann wie ich es im Kopf habe, aber gerade solche kleinen Momente sind berührend und zeigen, wie der Autor denkt und welche Botschaften er senden möchte."Ist es nötig, so grausam zu dir selbst zu sein? Es ist traurig, dass jemand nur lebt, um zu hassen."Zitat Seite 148Und immer noch treffen mich hier Erkenntnisse die überraschen und staunen lassen. Ich hatte ja einige Vermutungen, was die Handlung und die Figuren betrifft, aber der Autor schafft es auch gegen Ende, hier nochmal einiges aufzudecken! So langsam hab ich schon lange kein Buch mehr gelesen, weil ich nichts verpassen wollte! Manche Passagen mögen langatmig wirken, aber da es hier so viele Zusammenhänge auch mit kleinen Ereignissen oder Dialogen gibt, wollte ich alles genau aufnehmen und hab dadurch ein sehr intensives und leise Anspannung erlebt, die mich mit großer Aufmerksamkeit durch die Geschichte geführt hat.Am Ende erleben wir einen großen Showdown, der aber ebenfalls mit leiser Dramatik daherkommt und vieles offenlässt. Im letzten Abschnitt allerdings bekommen wir einen kleinen Ausblick in die Zukunft, der noch einiges aufklärt, aber auch vieles unseren Rückschlüssen überlässt und für mich vor allem die Aussage beinhaltet, dass das Leben vor allem eins bedeutet: Veränderung. Sie ist nicht aufzuhalten, sie ist nicht gut oder schlecht - sie ist einfach.Ich hab in anderen Rezensionen gelesen, dass das Ende viele Fragen aufgeworfen hat und nicht alle so richtig zufrieden waren. Mich hat allerdings die gesamte Handlung so in den Bann gezogen und fasziniert, dass mich auch dieses etwas "offene Ende" nicht mehr enttäuschen konnte bzw. hat es mich nicht gestört, dass nicht alles bis ins Detail beschrieben wurde. Die Botschaft ist jedenfalls angekommen, wie so viele im Laufe dieser langen Reise und mich jedenfalls konnte der Autor hier komplett begeistern :)