Prämisse schade, Wes unsympathischer, trotzdem ein bisschen Wohlfühlstimmung!
Spoilerfreie Meinung¿Nach "Better than the Movies" (mit 3,5 Sternen bewertet) stand für mich eigentlich fest, dass ich erstmal nicht zu diesem Buch greifen werde. Und trotzdem habe ich es getan, weil die Neugier siegte. Während ich in Band 1 Wes liebte und Liz zum Teil kritisch sah, drehte sich dieses Muster hier einmal um 180 Grad. Liz lebte für mich im Uni-Setting auf. Wes hingegen fand ich leider nicht mehr sympathisch. Seine rücksichtsvolle, liebevolle Art blickte nur in kurzen Momenten durch. Wenn man "Better than the Movies" als abgeschlossene, romantische Geschichte sehr gerne mochte, muss man diesen Band nicht unbedingt lesen. Wenn man wissen möchte, wie Wes & Liz Leben an der Uni aussieht, dann kann man die beiden hier mit etwas anderer Dynamik weiterverfolgen!Achtung, ab hier folgen Spoiler¿Setting ¿¿¿,5Das Uni-Setting hat mich sehr angesprochen. Ich konnte mir den gesamten Campus sehr gut vorstellen, was zumindest in Liliths Büro und Liz WG für ein Heimgefühl sorgte. In ihrer alten Heimatstadt (aus Band 1) blieb dieses Gefühl aber leider aus, da kaum Beschreibungen und eher Erinnerungen folgten. Charaktere¿¿¿WesMit Wes wurde ich in diesem Buch nicht warm. Gleich zu Beginn stellt er klar, dass er "nicht stark genug ist, um sie noch einmal gehen zu lassen, selbst wenn es das Beste für sie wäre."Wes, der HartnäckigeBei einem der ersten Zusammentreffen mit Liz beendet sie das Gespräch. Wes möchte es aber trotz verbaler Mitteilung unbedingt weiterführen, zieht dafür an ihrem Pferdeschwanz und sagt auch noch, dass er nur ausdrücken wollte, wie langweilig ihre Fragen (aus dem Smalltalk) waren. Für mich fühlte es sich nicht mehr wie Flirten an, da 1. Liz beendete das Gespräch klar & 2. Sie hat versucht, ein halbwegs normales Gespräch mit ihm zu führen, er nicht. Beim zweiten Zusammentreffen nennt er sie "lahme Schnecke". Ich verstehe, dass die beiden eine neckende Beziehung hatten. Aber Liz hat eine ziemlich sichtbare Abwehrhaltung gegenüber ihm. Deshalb habe ich nicht ganz verstanden, warum er krampfhaft versucht, weiterhin so zu tun, als hätten sie diese Art von Beziehung. Als er von ihr wissen möchte, wie lange sie mit Clark schon zusammen ist, sagt sie mehrmals Nein oder "Mein Liebesleben geht dich nichts an". Er bleibt hartnäckig und macht sich darüber lustig. "Die kleine Liz"Durch das gesamte Buch zieht sich Wes Beschreibung der "kleinen Liz". Er ist sich sicher, dass sie sich verändert hat & vergleicht sie miteinander, z.B.: "Die kleine Liz, die ich von früher kenne, hat sich nie betrunken." Ja, Wes, auch sie wurde älter. Damit setzt er sich selbst für mich auf eine höhere Ebene. Denn er konnte sich weiterentwickeln, in seinen Gedanken ist Liz aber dieselbe. Ich verstehe, dass er sie necken möchte. Aber selbst Liz fragt sich, warum das sein muss: "Warum erwähnt er ständig die kleine Liz?" Kurz darauf stellt Wes klar :"Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sie eines Tages vor mir gerettet werden wollte." Später bestärkt er dieses Bild noch, indem er sich fragt, ob sie geschrumpft sei oder er gewachsen sei. Das Beste wollenAls Liz und Wes dann über die Trennung sprechen, verweist Wes darauf, dass er immer nur das Beste für Liz wollte. Wie auch Liz bin ich der Meinung, dass das nicht in seiner Entscheidung liegt. Er kann sagen, dass er Zeit alleine brauchte. Dass er sich sonst zu viele Sorgen um sie mache. Und ich verstehe diesen Teil wirklich. Aber er kann nicht sagen, dass es alles nur für ihren Schutz geschieht. Liz bezeichnet ihn daraufhin als "arrogant". Das sieht Wes überhaupt nicht ein. Für mich fühlte es sich an, als würde er noch nicht mal versuchen, ihre Perspektive einzunehmen, obwohl er genau das von ihr fordert. Sie solle sich nämlich mal lieber darauf konzentrieren, dass er sie nicht betrogen habe. Selbst als Liz auf die Frage, ob das nicht zähle, mit Nein antwortet, realisiert er zwar, dass sie wütend ist, aber empfindet das als "ja, irgendwie grandios".romantische GesteAber dann überlegte er sich eine romantische Geste. Und ich hatte wirklich Hoffnung. Aber: 1. Er ist sich absolut sicher, dass es funktioniert, denn "ich weiß, was sie mag und was sie denkt, weil ich sie schon seit dem Kindergarten kenne". Als ein Freund ihn darauf hinweist, dass Liz sich schon verändert habe, weist er alles völlig ab und zeigt ihm den Mittelfinger. 2. Er möchte diese Geste auch als Entschuldigung machen. Aber nicht unbedingt, weil er seinen Fehler einsieht, sondern vorallem, weil es für Liz wichtig ist: "Ich kannte Liz und wusste, dass ich nur dann eine Chance hatte, sie zurückzugewinnen, wenn ich mich entschuldigte und ihr zeigte, dass ich immer noch der gleiche Typ war, in den sie sich vor zwei Jahren verliebt hatte." LizLiz Wut auf Wes konnte ich sehr nachvollziehen. Alles, was vorgefallen ist, gab ihr absolut die Berechtigung dazu. Einige Dinge, z.B. dass er sie betrogen habe, stimmten nicht. Aber was wahr ist: Er wählte ein Telefonat, um mit ihr Schluss zu machen. Und das für sie aus dem Nichts.Ein Gedanke von Liz beschreibt meine Gefühle rund um die jetzige Beziehung ganz gut: "Ich war immer davon ausgegangen, dass er mich als starke, ehrgeizige Frau sah, aber in Wahrheit war ich für ihn wohl nur das blauäugige, verliebte Mädchen gewesen, das ihm für den Rest seines Lebens blindlings hinterherdackeln würde, bis er es unterband." Menschen verändern sich. Und das ist unglaublich hart. Wes hielt mir hier zu fest an der alten Version von Liz fest. Umso ikonischer fand ich Liz Reaktion auf Wes Kletteraktion: "Die kleine Liz hätte es geliebt. Zum Glück gab es sie aber schon lange nicht mehr. Die kleine Liz kann gerade nicht ans Telefon kommen. Warum? Weil sie tot ist. " Ähnlich erging es mir damit, dass Wes angeblich alles über Liz weiß. Zum Glück konfrontierte Liz ihn dann endlich. Ihr aktuelles Serienprogramm behauptet er zu wissen, tut es allerdings nicht.Clark & SarahClark ist ein so verständnisvoller, liebevoller Mensch. Auch wenn mir das Ende bewusst war, blitzte bei mir der Gedanke von Clark & Liz kurz auf. In einigen gemeinsamen Momenten mit Sarah spürte man aber eine gewisse, stärkere Chemie. Leider wurde nicht aufgeklärt, ob daraus was wurde. Lilith & RossAuch Lilith und Ross waren mir sehr sympathisch. Genauso wie bei Clark & Sarah hatte ich Hoffnung, dass die beiden am Ende zusammenkommen oder eine gemeinsame Geschichte haben. Sie neckten sich immer wieder: "Falls du ein paar Bälle werfen oder Proteinpulver löffeln willst, geh ruhig (Lilith)."Auch hier war ich enttäuscht, dass es kein Ende mit einer Auflösung gab.Handlung¿¿¿Die Prämisse des Buches ist nach dem letzten Buch schon enttäuschend. Denn schon auf dem Klappentext ist die Trennung vermerkt. Aber einige Second-Chance Bücher sind auch sehr süß. Hier war es zum Teil der Fall. Ich kam durch Liz Perspektive sehr gut in das Buch und ins Setting rein. Im Mittelteil gab es ein paar Längen, aber trotzdem war es größtenteils unterhaltsam. Leider wurden wenig Nebenhandlungen weitergeführt, wie z.B. Clark & Sarahs Annäherung. Bevor ich begonnen habe, zu lesen, hatte ich 3 Erwartungen:1. besseres Verhältnis zu Joss¿Joss tritt kaum auf. Beim Wiedersehen wird sie zwar als gute Freundin bezeichnet, aber sie wird nicht angerufen oder besucht. Das fand ich schade. Vielleicht hätte man durch Gespräche mit ihr noch ein paar mehr Einblicke in Liz Gedankenwelt bekommen. 2. Frauen unterstützen sich gegenseitig (da es im letzten Band ein paar Stolperzitate gab)¿Das war in diesem Band viel besser gelöst. Wie Liz Lilith bewundert und Lilith eine großartige Chefin ist, trug auf jeden Fall zu einer entspannten Atmosphäre bei. Es war neben Clark & AJ ein Grund, warum ich weitergelesen habe.3. sehr süße Momente zwischen Liz und Wes¿Hier gibt es einen gelben Punkt. Denn zum Teil gab es diese wirklich, trotz all meiner Kritik. Das Ende war für mich zwar sehr schnell, aber trotzdem süß. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Wes etwas zustößt. Ihre Erkenntnis, ihn zu lieben und ihre absolut schönen Worte für ihn kamen bei mir an und wirkten durch die ungewöhnliche Situation realistisch. Schreibstil-Gefühl¿¿¿Wie auch im letzten Band, liebe ich die Kapitelzitate aus unterschiedlichen RomCom-Filmen sehr. Aber das Buch ließ mich leider emotional zurück. Ich erkenne, dass es tolle Momente gab, die mich aber nicht stark mitfühlen ließen. Gepaart mit ein paar Längen überzeugte mich der Schreibstil hier nicht vollkommen. Trotzdem wurden Charaktere erschaffen, die ich nicht so schnell vergessen werde.Unterhaltung¿¿¿Das Buch erzeugte bei mir kein "Ich möchte weiterlesen" - Gefühl. Während ich Wes im ersten Band sehr gemocht habe, ging es mir hier nicht mehr so. Wie oft auch in anderen Rezensionen angemerkt wird: Das Buch fühlt sich an, als "musste" es geschrieben werden, um einen zweiten Band verkaufen zu können. Nicht, weil die Geschichte nicht beendet war. Liz hingegen hat mich in diesem Band sehr überzeugt, obwohl das in "Better than the Movies" nicht rundum der Fall war. Ich bin sehr gespannt auf die Verfilmung, denn der Cast entspricht (meiner Meinung nach) den Beschreibungen im Buch.