Schöne Vorgeschichte mit starker Heldin und zarter Liebe aber zu kurz und mit vielen offenen Fragen
Morrighan Wie alles begann ist eine stimmungsvolle Ergänzung zu den Chroniken der Verbliebenen und bietet einen interessanten Einblick in die Vergangenheit dieser Welt. Besonders gelungen ist die Atmosphäre und die Darstellung einer Zeit, in der vieles noch im Entstehen ist. Die Geschichte rund um Morrighan überzeugt vor allem durch ihre starke und gleichzeitig neugierige Protagonistin. Sie wirkt mutig und selbstsicher, zeigt aber auch eine gewisse Unbedachtheit, die sie sehr menschlich macht. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung ist nachvollziehbar und macht sie zu einer Figur, mit der man gerne mitgeht.Auch die Liebesgeschichte ist ein zentrales Element des Buches. Die Beziehung entwickelt sich ruhig und glaubwürdig, wodurch sowohl die gemeinsame Entwicklung als auch die individuellen Veränderungen der Figuren gut zur Geltung kommen. Besonders schön ist dabei, wie unterschiedliche Perspektiven und Lebensweisen aufeinandertreffen und hinterfragt werden.Allerdings bleibt das Buch insgesamt recht kurz und lässt dadurch viele Fragen offen. Gerade weil die Welt so viel Potenzial bietet, hätte man sich mehr Tiefe und zusätzliche Verbindungen zu den Chroniken der Verbliebenen gewünscht. Dadurch entsteht am Ende eher das Gefühl, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre.Insgesamt ist Morrighan eine schöne, emotionale Ergänzung für Fans der Reihe, die vor allem durch ihre Figuren und ihre Botschaft überzeugt, auch wenn sie inhaltlich noch mehr hätte bieten können.