Rau, magisch und atmosphärisch. Ein starkes Fantasybuch, das etwas langsamer erzählt ist, aber genau damit seinen eigenen Zauber entwickelt.
Also zuerst einmal muss ich sagen, dass das Cover mich sofort hatte. Diese düstere Waldstimmung, dieses Raue, das einem direkt ins Gesicht springt. Ich sah es und dachte mir: Ja, das Buch will mir wahrscheinlich etwas antun, und ich bin bereit. Und tatsächlich, der Einstieg war richtig stark, denn die Mischung aus Naturmagie, alten Kräften und diesem leicht unheimlichen Waldgefühl funktioniert richtig gut.Die beiden Hauptfiguren tragen ungefähr so viel inneren Stress mit sich herum wie ich nach einem langen Tag, und genau deshalb mochte ich sie sofort. Ich mag Charaktere, die nicht perfekt sind, sondern so wirken, als hätten sie eine Vergangenheit, die man erst nach und nach versteht. Das macht die Geschichte spannender und gibt dem Ganzen eine schöne emotionale Tiefe.Der Schreibstil hat mir viel Spaß gemacht, weil er sowohl poetisch als auch angenehm kantig ist. Manche Beschreibungen fühlen sich an wie kalte Waldluft, die einem ins Gesicht schlägt. Ich konnte mir alles gut vorstellen, und ich liebe Bücher, die einem das Gefühl geben, man müsste zwischendurch Moos aus den Haaren schütteln.Ein kleiner Kritikpunkt: Stellenweise zieht sich die Geschichte ein bisschen. Gerade im Mittelteil gibt es Szenen, bei denen ich dachte, ok, wir könnten jetzt ruhig ein bisschen schneller vorankommen. Außerdem bleiben manche Nebenfiguren eher Deko als tatsächliche Charaktere, obwohl sie eigentlich viel Potenzial hätten.Aber am Ende hat das Buch mich wirklich überzeugt. Es ist atmosphärisch, es ist düster, es ist emotional und es hat diese gewisse Wildheit, die ich in Fantasy oft vermisse. Ich hatte Spaß, ich war drin, und ich werde definitiv wieder an diese Welt denken.Fazit:Ein tolles Buch für Fantasyfans, die gern etwas Wildes und Raues lesen. Nicht perfekt, aber beeindruckend stimmungsvoll und absolut empfehlenswert.