Vergangenheit, Familiengeheimnisse und ein ungelöster Mord: Spannend erzählt und bis zum Ende fesselnd.
Wer hat die Geschwister Danny und Poppy vor 50 Jahren getötet? War es wirklich ihr Bruder?Olivia erhält einen Auftrag als Ghostwriterin für die Memoiren ihres Vaters - ausgerechnet von dem Mann, zu dem sie seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hat. Der Auftrag führt sie tief in die Vergangenheit ihrer Familie, einer Vergangenheit, der sie sich eigentlich nie wieder stellen wollte.Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart, die aus Olivias Sicht erzählt wird, und den Ereignissen der Vergangenheit, die vor allem aus der Perspektive von Poppy und Vincent, Olivias Vater, geschildert werden. Dadurch entsteht nach und nach ein vielschichtiges Bild der Familiengeschichte.Vincent leidet am Lewy-Körperchen-Syndrom und verliert zunehmend den Bezug zur Realität. Er verwechselt Olivia mit ihrer Mutter, spricht verwirrend und lässt seine Tochter immer wieder daran zweifeln, was tatsächlich geschehen ist und was lediglich seiner Krankheit entspringt. Also beginnt Olivia selbst nach Antworten zu suchen. Dabei stößt sie auf Hinweise in den Notizen ihres Vaters und macht schließlich eine Entdeckung, die alles in einem neuen Licht erscheinen lässt.Besonders gut gefallen hat mir der Rückblick in die 1970er Jahre. Die Autorin vermittelt die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und die Rolle der Frau sehr authentisch. Ich fühlte mich regelrecht in diese Zeit versetzt. Poppy habe ich für ihren Mut und ihre Entschlossenheit sehr bewundert. Mit ihren gerade einmal 14 Jahren hinterfragt sie gesellschaftliche Normen und setzt sich für Gleichberechtigung ein.Auch Olivia ist eine interessante Figur. Ihre schwierige Kindheit hat dazu geführt, dass sie ihre Eltern für tot erklärt hat. Doch diese Entscheidung holt sie im Laufe der Handlung wieder ein.Insgesamt ist "Die unsichtbare Hand" ein spannender Familienroman mit einer fesselnden Krimihandlung, der Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander verknüpft.