Ich habe mich sofort in das schöne Cover verliebt. Die saftigen Farben und das Pink im Hintergrund sind einfach ein Hingucker. Man sieht Emerie und Beckett in einer innigen Umarmung und zwei süße Pinguine.
Das Buch wird in der Ich-Perspektive geschrieben. Die Kapitel wechseln sich ab, einmal aus Emeries Sicht und aus Becketts Sich. Das ist in dem Buch maßgebend, da man so von beiden Seiten die Eindrücke bekommt und vor allem am Ende auch das Handeln viel besser nachvollziehen kann.
Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Man stolpert über keine großartigen Fremdwörter. Die Sätze haben eine angenehme Länge und man hat keine Probleme dem Geschehen zu folgen. Das Buch liest sich sehr flüssig und man kommt schnell voran. Es lässt sich auch sehr angenehm lesen.
Ich hatte zu Beginn Schwierigkeiten mit Emerie, da sie gleich mit massiven Vorurteilen in die ganze Geschichte rein geht. Beckett hatte keine Ahnung, was sie alles von ihm denkt und warum sie überhaupt sich so verhält. Sie merkt aber schnell selbst, dass sie da einiges missverstanden hat und dass ihr Groll gegenüber Becket nicht nachvollziehbar ist. Hinzu kommt noch ihre Einstellung und Erfahrung, was die Liebe angeht und ihr Forschungsthema. Diese ganzen Sachen erklären Emeries Einstellung gegenüber Beckett eigentlich sehr gut. Es war für mich nachvollziehbar. Ihr Forschungsthema hat in der Geschichte eine wichtige Rolle und man erfährt auch einiges davon, diesen Aspekt fand ich sehr interessant.
Zu Beginn war mir Beckett sehr sympathisch, nur gegen Ende hat sein Handeln mein Denken über ihn maßgeblich verändert. Er hatte keine leichte Zeit und sein Bestreben ist nachvollziehbar, aber dennoch hat mich seine Entscheidung kalt getroffen.
Von beiden Seiten werden die Gefühle sehr gut wiedergegeben, so etwas lese ich selten, vor allem aus der Männersicht. Allgemein ist das Buch sehr gefühlvoll geschrieben. Es liegt primär die Romantik im Vordergrund. Es wird spicy, sogar relativ zeitnah, aber vom Schreibstil eher auf Sparflamme.
Auch die Nebencharaktere fand ich hier sehr gut eingebracht. Es war eine richtige Gemeinschaft, so ganz isoliert in der Arktis. Auch, dass Cooper sich nur mit Gebärendsprache verständigen kann und alle anderen es akzeptieren und nicht hinterfragen, hat mir sehr gut gefallen. Er wurde aufgenommen und es war für alle etwas ganz Natürliches.
Erst ist da diese Spannung zwischen Emerie und Beckett, die Gefühle drehen durch und alles steht Kopf und dann, als alles perfekt scheint, kommt der herbe Schlag. Ich fand es schon sehr spannend dem Geschehen zu folgen. Aber es war vorhersehbar, ich wusste ab dem Moment, als es passiert ist, dass dies noch Folgen haben wird.
Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich mochte diese eisige Atmosphäre sowie die süßen kleinen Pinguine, die auch eine große Rolle gespielt haben. Ich konnte nicht alle Entscheidungen gutheißen und auch manche Handlungen waren im ersten Moment nicht nachvollziehbar, dennoch hatte ich Spaß über Emerie, Beckett und die Pinguine zu lesen.
Der Schreibstil bei Becketts Kapiteln ähnelt dem Stil von Kyra Groh bei ihren männlichen Charakteren, dies ist mir am Rande aufgefallen, fand ich ganz interessant.
Wer kleine Schlagabtausche mag und vor allem eine romantische Stimmung in der Arktis, dem wird das Buch definitv gefallen. Eine schöne Slow-Burn Liebesgeschichte mit Enemies to Lovers Aspekten. Und vielen süßen kleinen Pinguinen.