Überragendes Setting und unglaublich kreative Einfälle der Autorin
Nachdem mir die Romeo&Juliet Society so unglaublich gut gefallen hat, musste ich natürlich zu Sabine Schoders neuem Buch greifen. Und wie auch schon zuvor begeisterte mich die Autorin mit ihren kreativen Ideen und einem großartigen Setting, aber übertreibt es an der ein oder anderen Stelle.Cover: Das Cover ist ganz im Stil der Romeo&Juliet Society ohne zu viel zu verraten. Man achte auf die Details! Ich bin wirklich begeistert.Schreibstil: Sabine Schoders Schreibstil kommt für mich an meine unschlagbare Nummer 1 der Autor:innen - Kerstin Gier - ran. Sie schreibt flüssig, kreativ, einfühlsam und füttert durchgehend mein Kopfkino. Ihre humorvolle Art lies mich immer wieder schmunzeln. Immer wieder kommen kreative Beschreibungen von Situationen, Gefühlen und Gedanken, die ich noch nie so zuvor gelesen habe.Geschichte: Schon die erste Begegnung am Flughafen und die unfassbar komische Szene im Flugzeug holen uns als Lesende auf einer humorvollen Ebene ab und nehmen uns mit zum renommierten Autorenwettbewerb nach Griechenland. Das Setting ist genial und die Idee des Wettbewerbs hat mich sofort gepackt. Der Gedanke, wie es wohl sein mag, wenn man von der Muse geküsst wird, hat unfassbares Potenzial. Die Ausführung sprüht voller vielfältiger Ideen, die man an dein ein oder anderen Stelle noch mehr ausführen hätte können. Und da kommen wir auch zu meinem Kritikpunkt: Erotische Szenen sind generell nichts Schlechtes oder etwas, das ich nicht lesen möchte, aber hier haben sie hin und wieder erzwungen oder unglaubwürdig gewirkt. Klar, haben Liv und Flame ein Alter, in dem sexuelle Anziehungskraft von Relevanz ist. Doch während mich die Spannung zwischen den beiden zu Beginn abgeholt hat, musste ich gegen Ende des Buches bei der nächsten sexuellen Anspielung mit den Augen rollen.Charaktere: Liv ist selbstbewusst, vorlaut und durchgehend Horny. Ihr Humor verleiht der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit und ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar. Auch wenn sie mir keine Identifikationsfigur war, habe ich mit ihr gelacht und gelitten.Flame ist der mysteriöse Bad Boy mit weichem Kern, der mir von Anfang an sympathisch war. Wieder hat Sabine Schoder eine Buchfigur zum Verlieben geschaffen.Absolute Leselieblinge sind Shelly und Sawyer. Die beiden muss man einfach ins Herz schließen und gern haben. Da die Anzahl der beschriebenen Wettbewerbsteilnehmenden überschaubar bleibt, habe ich immer wieder vergessen, wie viele Menschen an diesem Wettbewerb teilnehmen...Mit der Jury hat die Autorin die perfekten Antagonisten geschaffen, wobei ich es schade finde, dass eigentlich nur eine der fünf beschrieben wird. Hier wünsche ich mir für Band 2 mehr Hintergründe und Ausführung.Die Musen sind spannende und vielschichtige Charaktere. Sie entsprechend mit ihrem Charakter voll und ganz einer Fertigkeit oder Eigenschaft. So ist Thalia, die Muse der Komödie, für Scherze gut und bleibt fair - während Melopemne, die Muse der Tragödie, alles tut, um die Teilnehmenden ins Verderben zu reißen. Erato als Muse der Liebe steht in dieser Geschichte im Zentrum und deutet mit Liv und Flame ein Love Triangel an, das ich noch nicht durchblicken konnte. Ich bin sehr gespannt, was die Fortsetzung vor allem in Bezug auf die Musen und ihre Geschichte bereithält. Das Buch wirft viele Fragen auf, weshalb ich unbedingt Band 2 in die Finger bekommen muss!Fazit: Auch wenn ich erzwungene Erotikszenen und teilweise fehlenden Tiefgang kritisiere, gebe ich dennoch 5 Sterne. Der Schreibstil ist einfach großartig und das Setting sowie die vielen Prüfungen haben mich voll und ganz abgeholt. Besonders cool finde ich die sprechenden Ratgeber und man stellt sich als Lesende Person stetig die Frage, von welchem Buch man auserwählt werden würde. Die Cliffhanger sind abartig und man ist gezwungen, die Fortsetzung direkt im Anschluss zu lesen.