Mit Wicked Games aus der Wicked Love-Reihe konnte mich Bianca Mov deutlich mehr abholen als noch mit Band 1. Die Story wirkt dynamischer, es passiert insgesamt einfach mehr und gerade die Nebenhandlungen bringen spürbar mehr Spannung in die Geschichte.Der Schreibstil ist angenehm flüssig, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Allerdings hatte ich stellenweise das Gefühl, dass bestimmte Situationen oder Gedanken etwas zu oft wiederholt werden, was den Lesefluss gelegentlich leicht bremst.Was mich dafür umso mehr berührt hat, ist die emotionale Ebene der Geschichte. Beide Protagonisten tragen schwere familiäre Päckchen mit sich: zerrüttete Elternhäuser, geprägt von Alkohol- bzw. Drogenproblemen. Diese Hintergründe verleihen den Figuren Tiefe und machen ihre Entwicklung nachvollziehbar und intensiv.Die Liebesgeschichte selbst baut sich eher langsam auf. Es dauert, bis sich die beiden wirklich näherkommen. Das mag nicht für jeden perfekt sein, sorgt aber gleichzeitig für eine gewisse Spannung. Slow Burn ist zwar nicht unbedingt mein favorisierter Trope, aber hier hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas unnötig in die Länge gezogen wurde.Ein Kritikpunkt war für mich Luca, der Bruder der Protagonistin. Anfangs wirkte er noch sympathisch, wurde im Verlauf der Story jedoch zunehmend anstrengend und hat für mich an Reiz verloren, stellenweise hat er mich schlichtweg genervt.Insgesamt ist Wicked Games eine emotionale, sehr schöne New-Adult-Story, die vor allem durch ihre intensiven Themen, Nebenhandlungen und Settings überzeugt.