Passend zu meiner aktuellen Small-Town-Romance-Stimmung, ging es für mich nach einer Sports-Romance wieder etwas klassischer weiter. Die beiden ersten Teile der "Silver Pines Reihe" hatte ich auf englisch als eBooks gelesen. Dementsprechend glücklich war ich über die tolle Printausgabe mit Seitenklappe und Lesezeichen zum Abschneiden. Das Cover-Design mit Cowboy-Boots und Sonnenblumen ist absolut nach meinem Geschmack - besser hätte man es nicht machen können!Ich habe mich sehr darauf gefreut, wieder nach Silver Pines zurückzukehren. Diese besondere Kleinstadtatmosphäre, die Mischung aus Wärme, Chaos und Emotionen, ist genau das, was ich an Small-Town-Settings so mag. Hauptfiguren in diesem dritten Band sind Cole und Ginger, deren Geschichte mit einer spontanen Hochzeit in Vegas beginnt, die eigentlich nie ans Licht kommen sollte. Unter anderem, weil das für Coles Polizeikarriere und Gingers kontrollsüchtigen Vater ein gefundenes Fressen für Kritik wäre. Was zunächst nach einem klassischen Fake-Marriage-Setup klingt, bekommt durch ihre gemeinsame Vergangenheit eine ganz eigene Dynamik. Zwischen ihnen liegt eine alte, scheinbar unerwiderte Schwärmerei, ein ziemlich peinlicher erster Kuss und dieses herrlich vertraute Necken, das sofort spürbar macht, dass da schon lange mehr ist. Genau diese Mischung hat für mich den Reiz ausgemacht. Auf der einen Seite dieses spielerische, schlagfertige Banter, auf der anderen Seite eine spürbare Nähe, die sich ganz leise durch viele Momente zieht. Andererseits gab es immer wieder Szenen, die mich nicht abholen konnten. Gerade weil die beiden sich so lange kennen und so vertraut miteinander sind, war ihre Kommunikation an manchen Stellen für mich zu flach. Coles Lebensstil als Single Dad fand ich sehr interessant und das Setting hat der Geschichte definitiv den geeigneten Rahmen gegeben. Andererseits fand ich das Buch mit 464 Seiten zu lang. Rund 100 Seiten weniger hätten die Geschichte meines Empfindens nach spannender gemacht und den langsamen Mittelteil gut gestrafft. Cole selbst hat es mir dafür umso leichter gemacht, das Buch zu mögen. Als alleinerziehender Vater bringt er so viel Wärme, Verantwortung und Fürsorge mit, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss. Seine Beziehung zu seiner Tochter ist unglaublich liebevoll geschrieben und hat für mich zu den stärksten Aspekten der Geschichte gehört. Ebenso seine Familie, die sich liebevoll um die beiden kümmert und auch Cole mit seiner herausfordernden Karriere unterstützt. Ginger mochte ich ebenfalls sehr. Sie ist schlagfertig, klug und selbstbewusst, ohne dabei überzogen zu wirken. Besonders gefallen hat mir, dass sie sich nicht verbiegt und gleichzeitig eine emotionale Seite zeigt. Aber auch, wie sie mit Mabel umgegangen ist, war für mich ein emotionales Highlight im Buch. Da war es für mich nachvollziehbar, dass Cole sich immer mehr in Ginger verliebt hat. Was für mich durchgehend schön war, war das Setting. Die Ranch, die Kleinstadt, diese leichten Country-Vibes das alles hat eine unglaublich stimmige Atmosphäre geschaffen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Auch die Nebenfiguren haben dazu beigetragen, dass sich die Welt lebendig anfühlt und genau das hat meine Neugier auf die anderen Bände definitiv verstärkt.Der Schreibstil liest sich angenehm locker und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Auch die humorvollen Dialoge haben immer wieder aufgelockert. Der Spice ist deutlich präsent, aber stilvoll geschrieben und passt zur Dynamik der Figuren. Für meinen persönlichen Geschmack hat dieser Aspekt stellenweise recht viel Raum eingenommen, auch wenn er insgesamt gut zur Geschichte gepasst hat. Ich fand es manchmal wirklich widersprüchlich, wie Cole sich einerseits vorgenommen hat, sich von Ginger fernzubleiben, nur um sie später in den hot tub einzuladen.Insgesamt ist "Riding The High" für mich eine atmosphärische Small-Town-Romance it einem beeindruckenden Setting und einer schönen Portion Gefühl. Die Geschichte punktet vor allem mit ihrem Setting, charmanten Figuren und einer spürbaren Anziehung zwischen den Hauptcharakteren. Emotional hätte sie mich noch etwas mehr packen können, trotzdem habe ich die Zeit in Silver Pines genossen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Fans von gefühlvollen und gleichzeitig spicy Romance-Geschichten.Bewertung: ¿¿¿¿¿ (3.5/5)