Starke Aspekte in Design, Idee, Details und Schreibstil, Katastrophe in Logik, Charaktere und Tiefe...
Ich liebe eigentlich Emily Bähr. Alleine dass sie die Chosen- Reihe geschrieben hat. Und ich habe Hoffnung in dieses Buch gesetzt.Gut:- super flüssiger, humorvoller Schreibstil, lässt sich super an einem Tag durchlesen.- Cover ist traumhaft gestaltet und die Kapitelanfänge mit Liebe zum Detail (sehr cool übrigens, dass die Titel der Playlist ein Inhaltsverzeichnis gleichzeitig sind). PS: Sehr süße Verewigung von Marie Niehoff.- Idee an sich grandios und sehr lustig, vor allem weil die Götter eigentlich CEOs sind und das passt gut.- Gänsehaut Sätze, vereinzelt über das Buch - Protagonistin ist charakterlich am Anfang sehr vielversprechend und hätte eine der besten Protagonistinnen der Szene werden können.( Das Pokern und Blackjack spielen ist ikonisch). Ich hatte Hoffnung weil die "emanzipierte, feministische junge Frau" endlich Mal genau so gewirkt hat.- Die Sonnenuntergangsszene war für mich (ein kurzer, aber) ein Traum, während gegen Ende nochmal richtig Spannung gewesen ist.- sehr schöner Realitätsbezug mit dem Einbinden von Club 27 Katastrophe:¿ Zum Text an sich:- oft über den Satzbau gestolpert, so wie die Autorin glaube ich auch, den manchmal haben die Sätze nur Sinn ergeben, wenn man die Pronomen vertauscht hat. Alles andere hätte Aussagen danach unlogisch gemacht.- Pronomen oft verwechselt an sich, man müsste oft nachdenken ob das später Sinn macht und hat später gemerkt: Nein, die Autorin hat es einfach vertauscht.- manchmal falsche Bezeichnung (nicht sehr störend, aber da es später nochmal relevant wird: da soll Blatt und nicht Blüte stehen)- Szenen fühlten sich geskippt an (manchmal hat man sich gefragt ob man irgendwas überlesen hat).- Es wirkt wie nicht geplant und einfach drauf los geschrieben, weil manche Dinge einfach keinen Sinn mehr ergeben haben. Gerade am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach mal ihre eigenen Foreshadowings vergessen hat, die nie aufgelöst wurden oder so dermaßen wirr erklärt wurden, dass sie immernoch nicht ganz schlüssig sind. Und für den Fall dass es Foreshadowing für den zweiten Teil sein sollte: normalerweise versucht man dann die Foreshadowings anders zu erklären, damit es anders Sinn ergibt und in Band 2 ein anderer Aha- Moment einsetzt, aber so wirkte das Ende von Band 1 einfach nicht rund. ¿ Charaktere- unnötige, nicht verständliche Gefühlsausbrüche. Briar ist so oft sauer, obwohl sie keinen Grund dazu hat. Sie hasst die Leute, die dasselbe Ziel haben wie sie, einfach weil sie der Meinung ist, dass sie es muss, weil sie Götter sind. Und dann handelt sie komplett unlogisch und vor allem passt das nicht zu ihrer Straßenvergangenheit. - Grundsätzlich hat die Frau das übelste Main- Character - Syndrome. Ein guter Protagonist weiß nicht, dass er der Main Character ist. Von der emanzipierten Frau am Anfang ist aber gar nichts mehr übrig. Sie ist ständig am Rumheulen, verliert ständig ihr Ziel irgendwie aus den Augen, tut auf hart "was die Straße einen nicht alles lehrt, sie ist gefährlich, man wird an meinen Dornen verbluten", aber dann versagt sie in einer Tour (oder müsste es meistens auch, aber die Götter reagieren so wie sie es braucht, in der Realität würde das nie so funktionieren), sie erzählt sie judgt niemanden wegen ihrer Vergangenheit. Aber dann kommen die Götter, die sich mehr wie Freunde verhalten haben als Miguel und sie ist der Meinung dass sie alle töten muss, weil sie Götter sind und Jahrtausende lang leid verursacht haben (obwohl sie weiß, dass Zeus und seine zwei Brüder die eigentlich Schuldigen sind und die anderen keinen Einfluss haben), aber rechtfertigt ihre Fehlentscheidungen mit ihrer Vergangenheit und wie schlimm sie es hatte. Dann wiederum entschuldigt sie toxisches Verhalten (wird ihr ins Gesicht gesagt), sobald sie Sex hat unterwirft sie sich immer und überall als die willige Bitch, aber Hauptsache sie ist die gefährliche, die jeden Gott im Alleingang auslöschen will, weil sie ja halt ein Einzelgänger ist. Keine Ahnung wie oft ich mir die Hand vor die Stirn geklatscht habe. Aber am Ende hat sie einfach nur noch bodenlos genervt.- Who did this to you ist ja schön - wenn man nicht schon weiß wer es war, weil es offensichtlich für jeden ist. Genauso wie Briar scheinbar ein psychologisches Mastermind beim Pokern ist, aber nach Zeus komplettem Auftreten in seinen Kopf gucken muss um zu wissen, dass seine Schwäche Machtverlust ist. Duh. - für ihre Straßenvergangenheit verhält sie sich zum Teil viel zu offensichtlich und die Tiefe der Charaktere entspricht ungefähr einem Suppenteller.- Auch Phobos checke ich nicht. Ca 200 Seiten hätte man sich sparen können, wenn er komplett logisch einfach auf den Tisch gebracht hätte, was er in Erfahrung gebracht hat und dass er briar helfen will und es gibt nicht einen logischen Grund warum er das nicht tun sollte. - genauso, wie Briar den Dude liebt, ihn aber lieber aus knockt nachdem er ihr vertraut und Hilfe angeboten hat und vertraut lieber dem Gott, mit dem sie nicht mal eine annähernde Bindung hat. WARUM?¿ Story:- Erkennbare Anlehnungen von bestimmten Szenen an "Tribute von Panem" und "When the King Falls"- LOGIKFEHLER* Warum zaubert Phobos Briar und ihn nicht in Hades Palast?* Warum ist Poseidon okay damit, dass man alle Abfälle in sein mehr schmeißt?* WASCHBÄREN SIND NACHTAKTIV * Warum kann Briar Zeus noch ermorden nach dem Pakt, wenn der Schwur auch Phobos dran hintert ihn zu hintergehen. Und wenn's an dem Namen liegt: Warum weigert sich Briar nicht erfolgreich Zeus zu folgen und warum spürt sie die Magie auf ihrer Haut?*Thema Foreshadowing: die Szene mit Hera in ihrer Suite: Briar hätte nicht überleben können. Hera war nicht beim Turnier. Nichts wurde aufgeklärt.*Warum vertraut sie Phobos nicht, aber Hermes schon?NICHTS DAVON ERGIBT SINN. Es wirkt nicht wie bewusstes Foreshadowing für Band 2 sondern lediglich wie schlampig ausgearbeitetes Ende. Es macht einfach jede Spannung zunichte. Genauso wie Phobos 180° Wechsel am Ende. Ich werde mir Band 2 noch antun, in der Hoffnung, dass Emily Bähr es nochmal gerade biegt. Aber ich möchte erstens Frauen davon abraten, das Buch zu lesen, wenn sie traumatische Erfahrungen mit toxischen Männern haben und leicht getriggert werden, weil die findet man on mass und auch den Frauen möchte ich abraten, die eine wirklich feministische Protagonistin suchen. Für alle anderen, die ein wenig schmunzeln wollen und einfach einen Nachmittag ohne Nachdenken auf der Couch verbringen wollen, dafür ist das Buch perfekt. Und die spicy Szenen sind wirklich spicy ¿