Kurzweilig und unterhaltsamer Blick auf Mutterschaft, ungeschönt und realistisch
Eins direkt vorweg, nicht allem, was ich in diesem Buch gelesen habe stimme ich vorbehaltlos zu. Aber vielem! Und man muss sie schon mögen, die liebe Carolin Kebekus - besonders, wenn man das Hörbuch hört, dass sie in der ihr eigenen Art besprochen hat. 2024 ist sie Mutter geworden. Und was bietet bestes Material für ein Sachbuch über Mutterschaft, wenn nicht das Leben selbst? Jetzt kann sie mitreden und rückblickend, vielem zustimmen, aber das meiste kritisch betrachten. Und das tut sie ausgiebig. Ob Geburt, Wochenbett, Ernährung, Handykonsum oder das Stillen - alles wird genaustens unter die Lupe genommen und zeitgenössisch zerlegt. Dabei kommt der Humor und vor allem die Realität nicht zu kurz. Ich musste mehrfach laut lachen, weil die Formulierungen die sie anwendet, den Nagel auf den Kopf treffen, oder sie Bilder in meinem Kopf projiziert, bei denen ich nicht anders konnte, als mir auf die Schenkel zu klopfen. Manches ist aber auch sehr absurd, und wenn sie anfängt von den Popeln ihres Babys und dem dazugehörigen Wettbewerb zu erzählen, dann wusste ich nicht so recht, ob ich das lustig oder eklig finden soll.Was sie aber auf jeden Fall macht ist es, dem ganzen Thema Schwangerschaft, Geburt und "die erste Zeit mit Baby", den beigen und von Social Media gepushten Irrglauben "alles ist easy - alles ist so süß" zu nehmen. Das hilft bestimmt Vielen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. So bleibt auch ihr Fazit Kinder sind toll und man liebt sie über alles aber Nix ist planbar und Ratschläge sollte man nur von denen annehmen, die einem wirklich sehr nahe stehen. Und als Mutter machst du sowieso alles falsch - besonders beim ersten Kind.Mein Fazit: ein amüsantes, kurzweiliges aber auch politisches Buch über alles, was ab Zeitpunkt der Zeugung so passiert, dass man auf jeden Fall vor dem ersten Kind lesen sollte. Was ich auch mitnehme, ist, dass wir in den Kitas wirklich Profis sind. Denn wir brauchen definitiv kein Handy (dürfen es auf der Arbeit auch gar nicht benutzen), um das Kind abzulenken, wenn es sich von oben bis unten eingekackt hat und sich weigert eine neue Windel verpasst zu bekommen. Wir schaffen das tatsächlich mit Worten während links und rechts noch zwei andere Kinder gleichen Alters spielen. ¿¿ aber das ist eine andere Geschichte!