Mein bisher liebstes Buch der Reihe
Nachdem ich den ersten Teil der Reihe von Valentina Fast und Lorena Schäfer gelesen habe, war für mich klar: Ich muss auch die Geschichten der anderen Mädchen der Londoner WG lesen, weshalb ich mich riesig auf Pippas Geschichte gefreut habe. Die junge Frau mit dem Fünf-Jahres-Plan hat stets alles unter Kontrolle, weshalb es sie vollkommen aus der Bahn wirft, als sie ihren sicher geglaubten Praktikumsplatz in einem kleinen Fashionlabel verteidigen muss. Einer ihrer Konkurrenten? Ben, der Junge, dem sie einst ihre Liebe gestanden hatte, woraufhin er nach Amerika verschwand. Zwischen Wut, Enttäuschung und Konkurrenzkampf entdeckt Pippa aber auch die guten Seiten Bens wieder ... Der Schreibstil von Valentina Fast ist einfach unglaublich: Er ist einfach, emotional und erweckt bei mir richtige Wohlfühl-Gefühle. Dank der Perspektivwechsel zwischen Pippa und Ben, die mir einen guten Einblick in ihre Gefühlswelten gegeben haben, sowie der häufigen Dialoge wirkt die Geschichte sehr lebendig. Die eingebauten Chatverläufe lockern die Geschichte auf. Als etwas störend empfand ich einige offensichtliche Tippfehler, die sich vor allem im ersten Teil der Geschichte gehäuft haben. Die Protagonistin Pippa war mir von Anfang an sympathisch, was wohl daran lag, dass ihre durchgeplante, organisierte Art mich sehr an meine eigene erinnert. Es war erfrischend zu lesen, wie sie durch eine kleine Veränderung aus der Bahn geworfen wurde und, wie ihre kühle Art mit jeder Seite aufgewärmt wurde. Ich war mächtig stolz, wie sie im Verlauf der Geschichte über sich hinaus gewachsen ist, ihrer Mutter die Stirn geboten hat und sich dabei aber stets treu blieb. Mit Ben dagegen bin ich im ersten Teil des Buches nicht unbedingt warm geworden. Natürlich war seine lockere Art ein toller Kontrast zu jener von Pippa, dennoch fand ich ihn in Bezug auf die Vergangenheit sehr uneinsichtig. Nichtsdestotrotz war die langsame Entwicklung zwischen den beiden sehr überzeugend und spätestens ab der Hälfte des Buches war die Spannung zwischen ihnen absolut spürbar. Natürlich muss ich auch auf die WG am Willow Square eingehen und hier anmerken, dass ich noch nie eine Geschichte gelesen habe, in der der Zusammenhalt zwischen Freundinnen so liebevoll beschrieben wird. Die Mädels sind füreinander da und man merkt schnell, dass sie deutlich mehr sind als nur Mitbewohnerinnen. Besonders Gemma sticht in dieser Geschichte mit ihrer flapsigen Art heraus, weshalb ich mich riesig darüber freue, ihre Geschichte zu lesen. Und ich habe da die Vermutung, dass der höchst sympathische Henry - ihre liebste Nervensäge - eine Rolle in dieser spielen wird. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der zweite Band der Reihe sogar etwas mehr als der erste gefallen hat, was wohl daran lag, dass die Protagonisten Pippa und Ben mehr Ecken und Kanten hatten als Quinn und Milo, die übrigens auch eine kleine Rolle im zweiten Band spielen. Ich kann das Buch allen weiterempfehlen, die nach einer winterlichen Wohlfühlgeschichte mit erfrischend wenig Spice suchen.