Die Insel Soshima erschien mir fast ein bisschen zu märchenhaft, ebenso wie Lucys souveränes Auftreten. Aber ein sehr guter Einstieg.
Kamelienhaus, Band 1: Lucinde "Lucy" Riwall kehrt nach ihrem Studium auf die Kamelieninsel in der Bretagne zurück. Sie wird in der Kosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen. Als diese verkündet, dass sie nach Japan zu einer Kamelienölmanufaktur reisen wird, ist Lucy enttäuscht, denn sie wäre nur zu gerne mitgeflogen, hat sie doch bereits ein Jahr in Japan gelebt und die Sprache gelernt. Doch dann ist Sylvia verhindert und Lucy übernimmt: Die Reise ist ein Auf und Ab der Gefühle, denn sie lernt unterwegs den attraktiven Finn kennen. Doch für Liebe ist keine Zeit, denn sie muss die Situation um die ausbleibenden Lieferungen des Kamelienöls klären...Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover mit dem berühmten Berg Fuji - gefällt mir sehr gut.Lucy kehrt nach Hause zurück - auf"ihre"Kamelieninsel. Sie ist dort mit den Kamelien aufgewachsen, die ihrer Familie und vielen Angestellten ein Auskommen bieten. Ihre Mutter verarbeitet in ihrer Kosmetikfirma wertvolles Kamelienöl und ihr Vater Maël ist ein anerkannter Experte in Sachen Kamelien. Nun wird Lucy ins Management einsteigen und zeigen, was sie während ihrer Studienzeit gelernt hat. Werden die Mitarbeiter sie ernst nehmen? Oder sehen sie"nur"die Tochter, das kleine Mädchen von früher, in ihr?Als sie kurzfristig doch nach Japan reisen darf, freut sie sich sehr. Und eine mehr als angenehme Reisegesellschaft hat sie auch noch in Form von Finn gefunden. Sie spürt gleich eine Verbindung zu ihm, bleibt aber in Sachen Reisezweck und Berufstätigkeit vage - man weiss schliesslich nie, was der Gegenüber mit den Informationen vorhat. Es kommt Lucy mehr als zugute, dass sie Japanisch spricht und sich auch mit den Gepflogenheiten des Landes auskennt - dies sind wichtige Türöffner. Als sie auf der Insel Soshima ankommt, erfährt sie den Grund für die ausbleibenden Lieferungen: Der Inhaber ist verstorben und nun steht die Kooperative vor dem Aus! Und ausgerechnet eine ausländische Firma, die Lucy zutiefst verhasst ist, will alles aufkaufen...Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. In den Umschlagklappen sind die vielen Protagonisten aufgelistet - ich war zu Beginn ein bisschen eingeschüchtert und habe auch mehrfach die Listen konsultiert. Aber dann ging es doch besser als erwartet. Des Weiteren gibt es ein Glossar mit japanischen, bretonischen oder französischen Ausdrucken. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und Lucy und ihre Familie haben mir sehr gut gefallen. Und auch Lili, ihre beste Freundin, die heimlich mit einem japanischen Superstar zusammen ist. Die (fiktive) Insel Soshima erschien mir fast ein bisschen zu märchenhaft, ebenso wie Lucys souveränes Auftreten. Nichtsdestotrotz ein sehr guter Einstieg in die Reihe; von mir gibt es 4 Sterne.