Inhalt siehe Klappentext.
Ich habe gerade festgestellt, dass ich den 4. Band der Reihe um Sarah Pirohl noch gar nicht kenne, und konnte dennoch nach Band 1-3 und 5 direkt bei Band 6 Bornholmer Spur einsteigen. Die Hauptpersonen Sarah Pirohl, Kathleen, Krølle und Frederik sowie weitere Beamte in Kiel, Berlin und Bornholm sind schnell geläufig, auch wenn man die Reihe noch nicht kennt. Ich muss gestehen, ich kann Sarah alterstechnisch schwer einschätzen, vermutlich wurde es irgendwann mal erwähnt, Frederik ist mir sehr sympathisch, auch wenn ihre On-/Off-Beziehung nicht einfach ist. Krølle hat merkwürdige Einstellungen und Ansichten, sein Drang zur Gewalt, um zu Ergebnissen zu kommen, ist stark gewöhnungsbedürftig, aber auch er hat doch auf seine Art und Weise eine gewisse Sympathie, die er verströmt (hier ist es sinnvoll, die Vorgängerbände zu kennen). Der dunkle Schutzengel für die Guten, würde ich sagen - paßt optisch zur Dohle, oder?
Zum Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten, am besten das 383 Seiten starke Buch mit dem düsteren Titelbild selbst lesen, in die Ermittlungen diverser Cold Cases, die doch irgendwie zusammen gehören, einsteigen und sich auf Überraschungen gefasst machen. Die Schauplätze sind in Deutschland (Kiel, Hamburg, Berlin) sowie Dänemark (Bornholm) angesiedelt und Sarah und ihre Kollegen habe alle Hände voll zu tun. Es tauchen Leichen auf, wo man sie nicht vermutet hat, Menschen verschwinden mit Begründungen, die auf den ersten Blick einleuchtend klingen, aber es wäre kein Krimi von Katharina Peters, wäre da nicht diese hartnäckige Kommissarin, die alles hinterfragt (das ist anderen Personen in diesem Buch leider zum Verhängnis geworden, Sarah Pirohl scheint einen Schutzengel zu haben) und auf ihre Art versucht, ans Ziel zu kommen. Es gab ein paar kleine Längen im Buch, aber im Großen und Ganzen wurde ich trotz der traurigen Situationen, angespannten Lage und teils sehr brutalen Vorgehensweisen eines unerkannt bleiben wollenden Herrn gut unterhalten. 4 Sterne für den neuesten Bornholmer Krimi, der mit vielen losen Enden begann, die langsam zueinander fanden und zum Ende hin nochmal richtig Fahrt aufnahm. Leseempfehlung für alle, die einiges ertragen können (darf ich mir ein Happy End wünschen?).