Mein Sohn - ein Mörder
Zum vierten Mal ermittelt Carla Stach in Brandenburg und dieses Mal ist sie persönlich betroffen, denn ihr Sohn Toni wird verdächtig, eine Freundin getötet zu haben. Jetzt befindet sich Toni auf der Flucht durch Brandenburg und Carla wird von den polizeilichen Ermittlungen abgezogen und muss auf eigene Faust ermitteln.Der Autor Richard Brandes legt viele verschiedene Spuren, die bis zum Schluß die Frage nach Tonis Schuld offen lassen. Wichtiger als die Täterfrage sind die psychologischen Folgen, die die Tat für alle Beteiligten haben. Was bedeutet es für einen Jugendlichen, auf der Flucht zu sein und nicht zu wissen, ob er einen Mord begangen hat? Auch die Beziehung von Carla und ihrer Frau Kathrin wird auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, denn kann man es als Mutter akzeptieren, dass das eigene Kind ein Mörder ist?Das Buch ist sprachlich sehr gut zu lesen, die Emotionen der Personen lassen einen oftmals mitleiden. Allerdings sind die emotionalen Veränderungen einiger Personen zuweilen recht plötzlich und sprunghaft. Zudem war es für mich zu viel Beziehungsdrama, auch weil Ruben und Julia dieses Mal für die Ermittlungen fast entbehrbare Nebenfiguren waren und eher für Carlas moralische Unterstützung da sind.Insgesamt unterhält auch der vierte Band wieder gut, sprachlich überzeugend, mit vielen Stärken in den psychologischen Momenten. Auch ist die Landschaft Brandenburgs wieder ein großer Pluspunkt des Krimis.¿¿¿¿Eine klare Leseempfehlung für diesen Band und für die ganze Reihe (am Besten in chronologischer Reihenfolge)