Brasilien, 1918: Seit vielen Generationen lastet ein Fluch auf der Familie Flores. Ihre Männer müssen früh sterben, während sich die Frauen mit der Spitzenklöppelei ihren Lebensunterhalt sichern. Als die junge Eugênia zu einer Heirat mit einem älteren Offizier gezwungen wird, webt sie versteckte Botschaften in den edlen Stoff ein und schmiedet so einen gefährlichen Fluchtplan, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren sind."Die Frauen der Familie Flores¿ stammt aus der Feder von Angélica Lopes und ist ihr erster Roman für Erwachsene. Eine schöne Geschichte, die ich gern gelesen habe.Die brasilianische Autorin entführt uns hier in ihre Heimat und verknüpft dabei zwei Zeitebenen von 2010 und 1918. In der Gegenwart treffen wir auf die 18-jährige Alice, die von ihrer Tante einen alten Schleier vererbt bekommt. Einen ganz besonderen Schleier, in den die junge Eugênia fast 100 Jahre zuvor alle Hoffnung legte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Inês plante sie aus ihrer gewalttätigen Ehe auszubrechen, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr. Ich habe beide Erzählstränge gern gelesen, wobei ich den historischen Part noch etwas stärker empfand. Eine ruhige, besondere Geschichte über weibliche Solidarität, Zusammenhalt, Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung und Spitzenklöppelei. Das dramatische Schicksal von Eugênia hat mich schon sehr berührt und wir erleben hier auch einige heftige Momente. Am Ende hätte ich mir vielleicht noch ein kleines Glossar gewünscht, denn es werden doch einige unbekannte brasilianische Personen bzw. Bezeichnungen erwähnt. Insgesamt kann ich daher "Die Frauen der Familie Flores¿ empfehlen. Mal was ganz anderes. Versteckte Botschaften und die Sehnsucht nach Freiheit - eine besondere, leise Geschichte, für die ich 4 Sterne vergebe.