Brasilien, 1918, ein Fluch sucht die Familie Flores heim: Alle ihre Männer scheinen dazu verdammt, früh zu sterben. Als Frau hat man es zu dieser Zeit nicht leicht, schon gar nicht allein, doch die Frauen finden Mittel und Wege, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen und zwar mit der alten Kunst der Spitzenklöppelei. Als die junge Eugênia an einen gewalttätigen und auch noch älteren Coronel verheiratet werden soll, rebelliert sie auf ihre ganz eigene Weise
Angélica Lopes erzählt ihren Roman über starke Frauen und deren Schicksal mithilfe zweier Zeitebenen, wobei der eine Erzählstrang bis ins Jahr 2010 reicht. Anschaulich und authentisch berichtet die Autorin von den damaligen gesellschaftlichen Umständen und den steinigen Wegen, denen Frauen ausgesetzt waren. Über Brasilien war mir bis dato nur wenig bekannt, was die Geschichte sehr interessant macht. Auch wenn es mir insgesamt ein wenig an Spannung fehlte.
Ich konnte mich mit den Figuren nicht gänzlich anfreunden, sie blieben mir leider größtenteils fremd, dennoch gefiel mir, wie die Frauen ihren ganz eigenen Zusammenhalt finden, sich voller Mut ins Leben stürzen und sich ihre Selbstbestimmtheit erobern. Der Schreibstil konnte mich gut abholen, war eindringlich, flüssig und hatte teilweise poetische Züge. Definitiv eine interessante und wichtige Geschichte mit ein paar Schwächen.