4,5¿¿ Ein würdiger Abschluss dieser High Fantasy-Reihe.
"Wir werden nicht lange arbeiten, weil ein Tag kommt, der alles verändern wird, für uns - und für unsere Herren auch. Es ist uns verheißen worden - und es wird bald geschehen. Bereitet euch vor, denn viele werden sterben und viele für immer verändert sein.""Die Kinder des Seefahrers 1" und "Die Kinder des Seefahrers 2" sind der vierte und somit letzte Band von Tad Williams wahnsinnig atmosphärischer High Fantasy-Reihe "Der letzte König von Osten Ard". Es geht um Hoffnung, Freundschaft, Liebe und Loyalität. Um Verrat, Hass und Intrigen. Es geht darum Gemeinsamkeiten zu finden und in Frieden zu leben."Ich habe deine Träume gestohlen, Simon Schneelocke. Und ich will dir sagen, warum: weil es ein Teil meiner Geschichte ist, die keiner von euch in Gänze kennt - einer Geschichte von Eiden und Lügen und monströsen Verbrechen. Einer Geschichte vom Tod des Gartens und von dieser Welt und vielleicht vom Ende dieser Welt."In Tanakirú, ganz im Norden des Altherz-Waldes, am Ende des Nebeltals, liegt das Quellgebiet des Dunkelschmal-Flusses. Und dort verborgen liegt etwas, für das Utuk'ku, die Mutter aller - wie die Nornen sie nennen -, alles in Bewegung setzt, um es zu erlangen. Doch auch die Sithi sind auf dem Weg in den Norden, um mit ihren Verbündeten aus Erkynland mit aller Kraft zu verhindern, dass Utuk'ku an ihr Ziel gelangt.Auf der Suche nach Antworten zieht es indessen auch die Norne Nezeru in den Norden. In ihrem Schlepptau Prinz Morgan und die beiden Trolle Snenneq und Qina.Währenddessen ist Pasevalles nach Winstowe geflohen und hat sich dort mit seinen Verbündeten auf der Burg häuslich eingerichtet. Mit Blick auf die Belagerer sinnt er schon auf Pläne zur Flucht. Doch nicht nur er kennt die Tunnel unter Burg Winstowe, auch die Belager sind bestens informiert und nicht gewillt ihn entkommen zu lassen. Die Überraschung ist groß, als Pasevalles erfährt, wer ihn da belagert."Ist es nicht besser, die Wahrheit zu kennen, so schlimm und schmerzhaft sie auch sein mag? Unwissend sein zu wollen, ist doch wie ... wie tot sein zu wollen, nur um den Schmerz des Lebendigseins zu meiden.""Die Kinder des Seefahrers" ist ein würdiger Abschluss dieser Unterreihe. Wir finden Tad Williams hat eine tolle Entwicklung gemacht, denn der "Der letzte König von Osten Ard" ist insgesamt viel gereifter und bietet eine wirklich großartige Rundumperspektive. So haben wir hier viel mehr Charaktere aus deren Sicht wir die Welt und die Konflikte betrachten können und diese Blickwinkel sind sehr interessant. Es steht völlig außer Frage, dass Tad Williams ein begnadeter Erzähler ist, der es immer wieder schafft uns durch seine bildgewaltigen Beschreibungen Bestandteil seines Abenteuers sein zu lassen. Er zieht uns mittenrein in seine Geschichte und lässt uns hautnah an den Schicksalen seiner Charaktere teilhaben. Und so durchwandern wir mit ihnen Täler des Leids und der Freude. Auf dieser wirklich abenteuerlichen Reise sind uns einige Charaktere auch sehr ans Herz gewachsen und wir durften die vermeintlich bösen Nornen zudem mal von einer anderen Seite sehen. Durften sehen, dass auch sie liebende Eltern sind und sie hinter ihren starren Masken einiges vor uns verbergen. Das atemberaubende Worldbuilding machte unsere Reise zu einem wunderbaren Erlebnis. Es ist eine Welt zum Staunen, in der man - trotz aller Gefahren - gerne verweilt, denn sie hat viel Schönheit zu bieten.Die einzige Kritik, die wir an diesem letzten Buch haben betrifft das Ende. Tad Williams lässt sich fast 300 Seiten Zeit uns aus der Geschichte zu entlassen. Natürlich gab es noch Fragen, die zum Ende geklärt werden mussten - Stichwort Pasevalles und das Ding im Norden. Aber unserer Meinung nach zog es sich doch sehr in die Länge, das hätte man durchaus etwas straffen können. Trotzdem sind wir insgesamt sehr zufrieden mit dieser Reise und freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen in Osten Ard ..."Und das verbindet uns. Liebe, so glaube ich, ist wie Feuer. Wir wissen nicht, wo sie herkommt oder warum sie uns Licht schenkt, aber sie ist das, womit wir das Dunkel zurückdämmen."Wie wir es schon bei den vorangegangenen Bänden getan haben, können wir auch hier Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle nur für ihre wirklich großartige Übersetzungsarbeit loben.