Cover & Klappentext
Das Cover des zweiten Bandes steht dem im ersten in nichts nach. Es ist schön gestaltet worden und transportiert gut das Geheimnisvolle, was in der Geschichte mitschwingt. Damit passt es perfekt zum Inhalt.
Der Klappentext macht neugierig auf mehr, wobei aber wichtig ist, Band eins zu kennen. Meine Erwartungshaltung wurde deutlich gesteigert.
Meinung
Obwohl der Schwur gebrochen wurde, droht weiterhin Gefahr durch die Dunkelalben. Also wenden sich Ellie und Vidar an die Lichtalben in Alfheim. Leider können sie dort keine Hilfe erwarten, und als auch noch Vidar zweifelt, steht Ellie plötzlich alleine da. Dabei stößt sie auf eine Wahrheit, die alles verändert.
Aus der Sicht von Ellie wird man durch das Geschehen geführt. Wobei mir der Einstieg recht schwergefallen ist. Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse zuvor hätte geholfen, um wieder in die Geschichte zu finden.
Ansonsten beweist die Autorin erneut ihr Können. Der Schreibstil ist nach wie vor geschmeidig mit einem angenehmen Word-Building. Allerdings hat mir hier der atmosphärische, bildgewaltige Anteil gefehlt. Dafür nimmt die Handlung einen direkt gefangen.
Dabei ist es der Autorin gelungen, das Tempo in den meisten Fällen geschickt einzusetzen. Zwar kam es zeitweise zu Längen, aber die spannenden Abschnitte glichen diese gut aus.
Im Fokus stehen weiterhin Ellie und Vidar, allerdings kommen auch neue Charaktere hinzu.
Die Weiterentwicklung von Ellie hat mir gut gefallen. Sie zeigt sich sehr facettenreich, dabei ist ihre Vorgehensweise immer nachvollziehbar. Auch wenn sie gelegentlich mit Wut und Frustration reagiert.
Vidar wiederum hat es mir hier etwas schwer gemacht. Aufgrund seiner zurückhaltenden Natur, hält er sich entweder komplett zurück oder reagiert, ohne nachzudenken. Erst zum Ende hin wurde er greifbarer. Was nicht zuletzt an der Tatsache lag, dass Ellie und Vidar konkreter wurden. Ihre Nichtvermögen miteinander zu reden, sorgte im Prinzip permanent für Missverständnisse. Das wird gern genutzt und bleibt nicht aus, aber hier war es mir beinahe etwas zu viel.
Zum Ende hin zog die Autorin das Tempo noch mal ordentlich an. Neue Erkenntnisse wechselten sich mit überraschenden Wendungen ab. Aber genau das wirkte mir zu konstruiert. Es war zwar durchaus spannend, jedoch konnte es mich nicht komplett überzeugen. Das zeigte sich auch in anderen Abschnitten. Wie schon in Band zwei wurden zwar Emotionen transportiert, aber es hätten mehr sein können. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Intensität gewünscht. So fühlte ich mich weiterhin nicht außen vor, aber mittendrin im Geschehen war ich auch nicht.
Dazu kommt, dass ich das Ende als recht abrupt empfand. Ein Epilog hätte den Abschluss etwas geschmeidiger gestaltet.
Fazit
Eine durchaus empfehlenswerte Dilogie, wobei gerade der erste Teil Fernweh garantiert.
Die Autorin überzeugt mit einem tollen Schreibstil, mit dem sie der Handlung Atmosphäre verleiht.
Insgesamt war die Fortsetzung in meinen Augen etwas schwächer als der erste Band, sodass ich drei von fünf Sternen vergebe.