Das Buch "The East Wind" ist der vierte und Finale Band von Alexandria Warwicks "The Four Winds" Reihe und es geht um den vermutlich verschlossensten der vier Anemoi, dem Ostwind und der angehenden Bannweberin Min aus Marles.Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Sehr gerne mochte ich die Beschreibungen des Settings. Sowohl das französisch angehauchte Marles mit dem Gut und den unterschiedlichsten Kräutern, als auch die Stadt der Götter werden sehr bildhaft dargestellt, sodass ich mir die unterschiedlichen Orte gut vorstellen konnte. Ebenfalls sehr passend empfand ich die Mischung aus Spannung und ruhigeren Momenten. Gerade beim Turnier der Götter sorgten actionreiche Szenen für Spannung und Abwechslung und auch das Ende hatte es noch einmal richtig in sich. Gleichzeitig gibt es immer wieder ruhigere Passagen, in denen die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander stärker in den Mittelpunkt rücken.Die Charaktere wurden von der Autorin ebenfalls sehr gut und interessant gezeichnet. Min ist definitiv nicht die klassische Heldin, sie ich schüchtern, verschreckt und zurückhalten, was sich durch ihre Vergangenheit sehr gut begründen l-sag, es mir aber auch zu Beginn sehr schwer machte, mit ihr warmzuwerden. Auch mit einigen ihrer Entscheidungen war ich nicht immer ganz einverstanden, auch wenn ich ihr Handel verstehen konnte. Dafür hat mir ihre Entwicklung umso besser gefallen. Schritt für Schritt gewinnt sie an Selbstvertrauen und wächst über sich hinaus, woran Eurus nicht ganz unschuldig ist. Gerade diese Entwicklung fand ich richtig schön mitzuerleben. Auch Eurus ist zunächst kein einfacher Charakter. Er wirkt schroff, grob und unnahbar. Er vertraut niemandem und scheint die Einsamkeit vorzuziehen. Seine Geschichte und was hinter seinem Verhalten steckt hat mich wirklich sehr berührt und wurde sehr gut in die Geschichte integriert. Ebenso mochte ich es zu beobachten wie Min sich nach und nach durch seine Schutzmauern stiehlt und sich in sein Herz schleicht. Die Dynamik der zwei hat mir im Laufe der Geschichte immer besser gefallen. Von einer eher einseitigen Zweckgemeinschaft merkten die beiden, wie sie sich gegenseitig guttun, merkten dass beide gar nicht so verschieden sind und entwickelten sich auf ihre jeweils eigene Weise weiter. Was die beiden aber alles zusammen erleben und ob gerade bei Min die Liebe über Verrat siegen wird, das müsst ihr selbst lesen.Insgesamt hat mir "The East Wind" gut gefallen. Auch wenn ich mit Min und Eurus so ab und an meine Schwierigkeiten hatte, mochte ich ihre Geschichte sehr gerne, ebenso habe ich mich gefreut auch die anderen der Anemoi wiederzusehen. Von mir gibt es insgesamt vier Sterne und eine klare Leseempfehlung.