Neun Jahre ist es her, seit ein Krieg zwischen dem Reich der Dämonen und dem Reich der Sterblichen Àn'y¿ngs Familie zerriss. Um ihre sterbende Mutter zu retten, begibt sich Àn'y¿ng in das Reich der Unsterblichen, um dort an einem gefährlichen Wettbewerb teilzunehmen. Denn der Sieger erhält eine Pille des ewigen Lebens. Dabei trifft sie auf den mysteriösen Yù'chén, der ihr heimlich zu helfen scheint. Aber kann sie ihm wirklich trauen?"The Scorpion and the Night Blossom - Dolch und Blüte¿ stammt aus der Feder von Amélie Wen Zhao, die mich mit ihrem "Song of Silver" - Zweiteiler und auch mit "Herz aus Blut und Asche¿ begeistert hat. Umso gespannter war auf den Auftakt ihrer neuen Reihe, der mich aber leider enttäuschte. Die Autorin entführt uns hier in eine asiatisch-fantasievolle Welt mit viel Magie, dämonischen Kreaturen, einem tödlichen Wettbewerb, Geheimnissen, Lügen und Verrat. Und natürlich auch Romantik. Das Worldbuilding hat mir noch ganz gut gefallen, obwohl noch ausbaufähig und mit etwas zu viel Info Dump am Anfang.Die Story verläuft allerdings zu sehr nach Romantasy - Schema F. Ich hätte mir mehr Originalität gewünscht, nicht einen Abklatsch von beispielsweise Broadbents "The Serpent and the Wings of Night¿. Es war doch sehr ähnlich gelagert, vom Titel bis zum nervigen Spitznamen. Hier "kleiner Skorpion¿ statts "kleine Schlange". Apropos Àn'y¿ng. Als Protagonistin doch ziemlich anstrengend. Wirkte sie anfangs noch recht stark und unabhängig, entwickelte sie sich bald zur Jungfer in Nöten, die ständig gerettet werden muss. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Auch von den Trials, die eigentlich immer ein Garant sind für viel Spannung. Hier werden die Unsterblichkeitsprüfungen aber eher zur Nebensache und schnell abgehandelt. Überhaupt fehlte es mir an Tiefe, auch bei den Charakteren. Keiner ist mir hier richtig ans Herz gewachsen, sodass mir die einzelnen Schicksale auch egal waren.Die Insta-Lovestory war auch nicht meins. Schon nach wenigen Seiten ist Àn'y¿ng hin und weg von Yú'chèn und erwähnt dann gefühlt 1000 Mal, wie schön und attraktiv er doch ist. Nerv. Der romantische Part ist zudem sehr dominant. Die tiefen Gefühle habe ich den beiden einfach nicht abgekauft. Dazu deutet sich auch noch ein Liebesdreieck an, denn später taucht noch ein zweiter, natürlich ebenfalls sehr attraktiver Typ auf. Gähn.Àn'y¿ng fungiert hier als Ich-Erzählerin im Präsens. Der Schreibstil war ok, aber wirklich gefesselt hat mich die Story nicht. Ich fand es teilweise ziemlich langweilig und habe viele Seiten nur überflogen. Erst gegen Ende wurde es besser. Zumindest der Showdown bot etwas mehr Tempo sowie einige überraschenden Entwicklungen und Enthüllungen. Ob ich Band 2 noch lese, steht aber in den Sternen. Momentan hält sich meine Lust darauf eher in Grenzen. Lieber wäre mir, wenn die Blood Heir -Trilogie weiter ins Deutsche übersetzt würde.Insgesamt kann ich daher "The Scorpion and the Night Blossom¿ nur sehr eingeschränkt empfehlen. Unoriginelle Romantasy nach Schema F, die mich leider nicht vom Hocker riss. Für mich das bislang schwächste Buch der Autorin. Knappe 3 Sterne von mir.