Die Geschichte mischt romantische und cosy crime-Elemente miteinander. Das Setting macht Lust auf einen spritzigen feel-good Sommerroman.
"Der Nachthimmel in den Hamptons hat seinen eigenen Zauber. Vielleicht liegt es an dem Wellenrauschen, das die Sterne mit seiner Musik untermalt, oder an der würzigen Seeluft oder an dem Gefühl, das man auf diesem Fleckchen Erde empfindet. Dieses Gefühl, besonders zu sein, nur weil man hier ist."Ein warmer Sommer in den Hamptons sollte ein positives Erlebnis sein. Da aber der geliebte Bruder verschwindet, ist diese Idylle für Julie nicht zu genießen. Vor allem, wenn die eigene Mutter sich weniger Sorgen macht als sie sollte und der neue Praktikant aus bestem New Yorker Oberschicht-Hause in Julies Architekturbüro fehl am Platz wirkt. Wer führt was im Schilde? Und warum?Zunächst können sich Julie und Camron gar nicht leiden. Das gegenseitige Mißtrauen und die Sticheleien wirken ungewollt komisch. Jede Menge Geheimnisse nähren dieses Missverhältnis nur noch. Es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen zarter Annäherung und Abstoßung. Manchmal war es mir mit den typischen Klischees zu viel. Manchmal mündeten sie aber in einer witzigen Wendung, so daß ich das Gefühl hatte, die Autorin wolle sie ein wenig auf die Schippe nehmen.Ich wollte die ganze Zeit dringend wissen, was mit dem Bruder geschehen ist. Es bleibt lange im Dunkeln, obwohl sich der Fall nach und nach lichtet. Die Auflösung ist mir zwar etwas zu konstruiert, aber der Vorteil ist, daß man es nicht erraten kann und es sich dadurch nicht zu früh auflöst.Dieser Roman mischt romantische und cosy crime-Elemente und sogar ganz leichte harmlose Grusel-Vibes miteinander. Das Setting macht Lust auf einen spritzigen Sommerroman ohne bedrückende Stimmung, obwohl ein paar potentiell triggernde Inhalte angeschnitten werden. Insgesamt ordne ich ihn noch in die Kategorie feell-good ein.