Smilla Blau kenne ich seit ihren "Rentier-Geschichten". Diese waren für Kinder ab 5 Jahren und jetzt hat sie ein Kinderbuch geschrieben für Leser ab 8 Jahren. Darin geht es um Justin Biber - ne, Biber Justin. Egal. Denn es geht auch um Lenny, einen Jungen dessen Leben auf den Kopf gestellt wird, als sein Opa bei seiner Familie einzieht und einen Assistenzhund mitbringt. Also das will ihm zumindest jeder weismachen, aber Lenny durchschaut sofort, dass der holznagende "Hund" kein Vierbeiner ist, sondern ein Biber, der ihm den Pool streitig machen will. Es gibt nur eine Lösung: Lenny muss Biber Justin loswerden, aber wie? Das Buch ist eigentlich für Kinder geeignet, die selbstlesen können, aber ich kann nur empfehlen, es zusammen zu lesen, denn man erhält bi-ber-bombastische Unterhaltung. Es gibt so viel Humor, Situationskomik und manchmal auch Slapstick, was unter anderem daran liegt, dass niemand anderes erkennt, dass Justin kein Hund ist, und daran, dass Justin natürlich Unmengen an Chaos anstellt. Während Lenny und Justin eigentlich versuchen sich gegenseitig loszuwerden, lernen sie sich besser kennen und nähern sich an, so dass am Ende tatsächlich eine Freundschaft entsteht. Zwischen all dem Humor, der einem auf jeder Seite begegnet, gibt es zusätzlich wichtige Botschaften aus den Bereichen Tierschutz, der Umgang mit älteren Menschen, Empathie und zu zeigen, dass man Unterschiedlichkeiten feiern sollte. Daher ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern hat auch Tiefgang. Abgerundet wird das Ganze durch schwarz-weiß Illustrationen von Nikolai Renger, die perfekt zur Geschichte passen. Vor allem Justin, mal mit Sonnenbrille auf der Liege, mal kuschelnd auf Opas Schoß oder mal die Wasserleitungen verstopfend, ist einfach mega niedlich. Fazit: Es ist ein bisschen skurril, es ist ein bisschen außergewöhnlich, es ist urkomisch und zusätzlich mit tollen Botschaften gespickt. Ein wirklich tolles Kinderbuch von einer Autorin, von der ich noch viel mehr lesen will!