Still Beating von Jennifer Hartmann ist eines dieser Bücher, bei denen man beim Lesen hin und wieder kurz durchatmen muss. Das Buch ist in verschiedene Teile geteilt und ich wusste vorher zwar, dass einige davon hart werden würden, aber trotzdem war ich nicht darauf vorbereitet, wie hart. Ich habe gelitten, war wütend und wollte zwischendurch das Buch gegen die Wand pfeffern.Der Schreibstil von Jennifer Hartmann hat mich definitiv in ihren Bann gezogen. Sie schreibt unglaublich emotional und schafft es, dass man nicht einfach nur beobachtet, was Cora und Dean durchmachen. Man ist mittendrin und bekommt ihre Gefühle so nah mit, dass manche Szenen wirklich schwer zu ertragen sind. Gleichzeitig geht es nicht nur um das, was ihnen passiert, sondern vor allem darum, was danach kommt. Denn Still Beating endet nicht einfach mit dem Überleben, weil damit ist eben nicht alles vorbei. Cora und Dean müssen danach lernen, mit dem weiterzuleben, was passiert ist. Sie müssen herausfinden, wer sie jetzt sind, wie sie mit all den Gefühlen umgehen sollen, die geblieben sind und wie schwierig es sein kann, nach einem solchen Erlebnis überhaupt wieder ins eigene Leben zurückzufinden. Die Geschichte der beiden zeigt, dass Heilung nicht bedeutet, dass man das Erlebte vergessen muss. Es bedeutet, irgendwann wieder anfangen zu können zu leben. Cora und Dean, ausgerechnet die beiden, die sich eigentlich überhaupt nicht leiden können, landen gemeinsam in einer ziemlich bescheidenen Situation und müssen das alles nicht nur miteinander durchstehen, sondern vor allem überleben. Sie müssen sich plötzlich aufeinander verlassen, obwohl sie sich vorher lieber aus dem Weg gegangen sind.Cora hat mir wirklich das Herz gebrochen. Ich habe so sehr mit ihr mitgefühlt und verstanden, warum sie sich nach dem Erlebten so verändert hat. Sie kann nicht einfach wieder die Cora von vorher sein. Das könnte wahrscheinlich niemand. Ihre Ängste, ihre Unsicherheit und die Art, wie sie versucht, mit dem Erlebten klarzukommen, haben mich teilweise richtig fertiggemacht. Es gab viele Momente, in denen ich sie einfach nur gerne in den Arm genommen hätte und dann gab es die Szenen, wo ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich sie schütteln wollte.Und dann ist da Dean. Ich wusste vom ersten Moment an, dass ich ihn mögen würde. Aber seine Entwicklung hat mich trotzdem überrascht und unglaublich berührt. Er muss selbst so unglaublich viel verarbeiten und trotzdem ist er für Cora da. Nicht, weil das alles einfach macht, sondern weil er weiß, was sie durchmacht. Zwischen den beiden entsteht eine Verbindung, die ich schwer in Worte fassen kann, ohne dass es kitschig oder übertrieben klingt. Sie verstehen sich auf eine Art, die wahrscheinlich niemand nachvollziehen kann, der nicht selbst dabei war.Sarah Dorsel und Leonard Hohm haben Cora und Dean ihre Stimmen gegeben und für mich unglaublich gut zu den beiden gepasst. Besonders Sarah Dorsel hat sich mit diesem Hörbuch direkt zu einer meiner Lieblingssprecherinnen gemausert. Ihre Art, Cora zu sprechen, hat mich emotional nicht nur erreicht, sondern regelrecht fertig gemacht. Aber auch Leonard Hohm hat Dean für mich richtig, richtig gut zum Leben erweckt. Beide Stimmen zusammen haben dafür gesorgt, dass vollkommen in der Geschichte versunken bin. Gerade bei einem Buch, das emotional so viel von seinen Figuren verlangt, ist das für mich unglaublich wichtig. FazitStill Beating ist für mich eine unglaublich emotionale, schwere und gleichzeitig wunderschöne Geschichte. Dieses Buch hat mir definitiv mehr als einmal das Herz gebrochen und sich trotzdem einen Platz darin gesichert. Ich fand es unglaublich berührend, diesen Weg mit Cora und Dean zu gehen.Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.