Till Summer Do Us Part war direkt zu Beginn mega komisch und lustig. Hier treffen zwei Protagonisten aufeinander, die in ihren Vorstellungen nicht unterschiedlicher sein könnten und dennoch so gut zusammenpassen. Meghan Quinn hat eine Humorbombe mit etwas Fiebertraum-Eigenschaft verfasst. Am besten hat mir die gegensätzliche Herangehensweise der beiden Protas an die Fake-Ehe gefallen: Die sich selbst rettende Scottie wird vom sich ausprobierenden Impro-Laien Wilder wie ein Bulldozer überrannt. Und für die Leser ist es einfach urkomisch. ¿ Das Setting rund um das Ehe-Camp sorgt zusätzlich für Lacher und sehr lustige Aktionen. Manches war für mich jedoch auch etwas übertrieben. Besonders hat mir gefallen, wie die Autorin wie selbstverständlich Wilder seine neurodivergente Art ausleben lässt: seine Persönlichkeit, Vorlieben, wörtliches Verständnis. Für mich eine schöne und liebenswerte Integration von neurodivergenten Charakteren. Quinn zeigt außerdem, wie wundervoll sie Nebencharaktere einbauen kann und macht in der Nebengeschichte noch auf Mental Health und Auswirkungen auf Angehörige aufmerksam. Ich muss aber gestehen, dass die Beziehungs- bzw. Spice-Entwicklung im grundlegenden an "A Long Time Coming" von derselben Autorin erinnert hat. Achtung Spoiler zu beiden Büchern: Eine enttäuschte weibliche Prota, die bisher wenig Erfahrungen gesammelt hat, und dann zeigt ihr der männliche Prota ab genau der Hälfte, wo es langgeht. Wilder fordert Scottie dennoch auf wunderbare Weise heraus sich neuen Dingen zu stellen. Insgesamt startete das Buch super humorvoll, aber es ließ für mich leider immer mehr nach. Sobald es spicy wurde, fehlte neben der Tension zunehmend die witzigen Stellen, weil es so fokussiert auf den nächsten Akt war. Es war immer noch nachvollziehbar, jedoch zeigt es für mich wieder, dass Spice nicht immer gewinnt. Ich bleibe dann doch beim Slow Burn. Schreibstil & Plot 3/5¿Worldbuilding & Logik 4/5¿Charaktere & Entwicklung 5/5¿Lesegefühl & Atmosphäre 4/5¿