Sechs Frauen feiern auf einer einsamen Schäreninsel vor Stockholm den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese in einem neu erbauten, kurz vor der Eröffnung stehenden Wellnesshotel. Was aber nur eine von ihnen, die True Crime Podcasterin Tessa, weiß, hier verschwanden vermutlich vor genau zehn Jahren vier Frauen spurlos. Genau das ist auch der Antrieb, warum Tessa überhaupt an der Party teilnimmt. Nachdem ihr Leben und ihre Karriere durch eine unbedachte Podcastfolge in Scherben liegt, hofft sie durch die spektakuläre Aufklärung dieses Cold Case wieder erfolgreich zurückzukehren. Doch dann ist eine der Teilnehmerinnen plötzlich tot, brutal ermordert.
Der Thriller bewegt sich auf zwei Zeitebenen, dem aktuellen Junggesellinnenabschied und dem Cold Case, was an und für sich erstmal gute Spannung verspricht. Aber diverse Kapitel spielen auch in der Zeit davor und dazwischen, im Zeitablauf ungeordnet, was mehr für Verwirrung als Spannung sorgt. Der erste Teil der Geschichte fokussiert sich überwiegend auf die diversen Protagonistinnen und ihre mehr oder weniger vorhandenen Beziehungen zueinander, da bleibt aber vieles zu sehr an der Oberfläche und im Unklaren. Ausser Tessa, die als Ich-Erzählerin tief in ihre Gefühlswelt blicken lässt. Ich empfand ihr permanentes Selbstmitleid und ihre Selbstzweifel aber im Vergleich zu den schwach ausgearbeiteten anderen Charakteren zu überzogen. Zumal ich mich gefragt habe, ob ihr beruflicher Fauxpas in der heutigen Welt von Social Media wirklich so einen Absturz verursacht hätte.
In der zweiten Hälfte nimmt der Plot dann Fahrt auf, der Schreibstil der Autorin sorgt durchaus für Spannung. Leider wird die bis dato eher subtil beklemmende Stimmung dann durch extrem offene, brutale Gewalt abgelöst, die mir persönlich zuviel war.
Insgesamt für mich eher ein mittelmäßiger Thriller mit diversen Unstimmigkeiten, einiges zu konstruiert, aus der guten Grundidee hätte die Autorin mehr herausholen können.