Eine Familiengeschichte gespannt über Litauen - Israel - Deutschland. Eine Suche nach Neuanfang, Identität und Familienglück.Ruth ist mit dem Auto auf der langen Reise von Berlin nach Kaunas / Litauen. Im Gepäck hat sie die Urnen ihrer Mutter und Großmutter. Beide möchten in ihrer litauischen Heimat beerdigt werden. Doch die Reise zurück zu ihren Familienwurzeln löst in Ruth eine Erinnerungsreise aus. Wie ihre Eltern erst von Litauen nach Israel geflohen sind und dann nach Deutschland. Wie kommt eine entwurzelte Familie in einer neuen Heimat klar, wenn sie die Sprache nicht sprechen und die Jobsuche unfassbar schwierig ist? Ruth reflektiert ihre sehr bewegende Kindheit und Jugend.Das Buch ist kein klassischer Roman über eine Familie. Es ist eine Aneinanderreihung von Erinnerungen, welche den Weg auf der Suche nach Freiheit und Sicherheit als Familie sowie als Einzelperson beschreibt. Dabei folgen wir einer autobiographisch angehauchten Handlung, welche Ruth Olshan, der Name der Hauptprotagonistin und der Autorin, über zwei Zeitebenen erzählt. Vergangene und gegenwärtige Erlebnisse drehen sich um Ruths Rolle als Tochter, Emigrantin, Neuankömmling, Familienzusammenhalterin und emotional-seelische Überlebenskämpferin. Was Ruth durchmachen musste in ihrer Kindheit, beeinflusst jede Persönlichkeit nachhaltig und abhärtend.Viele dieser Erlebnisse sind wirklich emotional nachhallend, kamen aber durch den Schreibstil aber als sehr distanziert erlebt herüber. Dadurch hatte ich auch Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen sowie eine Verbindung zu den Protagonisten aufzubauen. Denn obwohl es einen sehr begrenzten Charakterkreis gibt, blieben für mich die die Protagonisten in ihrer Darstellung und Persönlichkeit sehr blass. Vom Buchanfang bis zum Schluss gab es ein klar definiertes Handlungsziel, die Beerdigung von Mutter und Großmutter in Litauen, welches auch fest verfolgt wurde. Mir hat auf den Weg dorthin nur ein wenig die charakterliche Entwicklung der Protagonisten gefehlt. Es hat auch mich den Eindruck gemacht, dass sie sich alle ein bisschen zu sehr alsOpfer ihrer Lebensumstände betrachten, ohne aktiv etwas dagegen zu tun. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich die hintergründige Thematik rund um Familie und Emigration wirklich interessant fand. Nur konnte mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen.Mondprinzessin