Mit den Worten "Manche Tage sind wie ein Griff ins Klo." beginnt dieser wunderbar leise und gefühlvolle Roman, der nicht laut beeindrucken will, sondern lange nachklingt eben wie ein Sommerregen.
Die wunderbare Maja Dahlberg erzählt die melancholisch-romantische Geschichte von Merle, die früher die Wochenenden mit ihrem Großvater in der Werkstatt verbracht hat und heute - sehr zum Unwillen ihrer Eltern - mit Leib und Seele eine Ausbildung zur Schreinerin macht und dem Musiker Simon, dem sie dabei hilft, seinen Van auszubauen und in ihm endlich jemanden findet, der ihre Begeisterung wertschätzt, erzählt von Liebe, Verlust, Neuanfang, Selbstfindung und Hoffnung.
Zwischen Stichsäge und Schleifmaschine kommen sie sich näher und Simon lockt Merle mit seiner spontanen Art aus der Komfortzone.
Doch die Zweifel lassen sie nicht los: Was, wenn es mit ihm genauso endet wie mit ihrem Ex? Wenn sie Simon nicht das geben kann, was er sich wunscht, hat ihre Liebe dann uberhaupt eine Chance?
Der Schreibstil ist ruhig, poetisch, bildhaft und sehr atmosphärisch, der nachwirkt und zum Innehalten einlädt und die Songtexte sind einfach nur großartig.
Die Protagonisten werden sympathisch, verletzlich und sehr glaubwürdig dargestellt, die inneren Konflikte stehen klar im Vordergrund.
Und by the way: jeder sollte in seinem Leben eine Kira haben ...
Für dieses Buch wurde der Ausdruck ein "Nur noch ein Kapitel- Roman quasi erfunden!
Man liest, lächelt, leidet und hofft mit und am Ende bleibt dieses wohlige Gefühl, das nur ein richtig gutes Buch hinterlässt.
Fazit:
Sehr empfehlenswert für alle Fans von emotionalen Liebesgeschichten mit Tiefgang!
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar und die damit verbundenen wunderbaren Lesestunden - und bitte, bitte unbedingt mehr davon!