unterhaltsame, brutale und abgefahrene Geschichte, die einige Schwächen aufweist
Ghost Virus von Graham Masterton ist ein Horrorthriller und gleichzeitig mein erstes Buch des Autors. Daher war ich umso gespannter auf diese Geschichte.Optisch fand ich das Buch sehr ansprechend, da es durch seine Farbgebung und das Motiv sehr düster, aber gleichzeitig modern wirkt.In Ghost Virus geht es um Jamila Patel und Jerry Pardoe, die gemeinsam ihren ersten Fall bearbeiten. Beide arbeiten auf demselben Polizeirevier im Süden Londons und vermuten aufgrund einer Reihe grausamer Taten die Existenz einer Art Virus. Es gibt mehrere sehr merkwürdige Fälle, die darauf hindeuten, dass die betroffenen Personen ihre Taten nicht freiwillig begangen haben. In allen Fällen gibt es jedoch nur eine Gemeinsamkeit. Gebrauchte Kleidungsstücke.Als dann auch noch Kleidung durch die Straßen Londons schwebt, ahnen die beiden Ermittler, dass die Gefahr deutlich größer ist, als zunächst angenommen.Grundsätzlich fand ich die Handlung recht unterhaltsam und originell durchdacht. Dennoch ist sie natürlich sehr unrealistisch gestaltet, was mich jedoch nicht allzu sehr gestört hat. Stellenweise zog sich das Buch für meinen Geschmack etwas in die Länge, und zwischendurch fehlte mir einfach die nötige Spannung beziehungsweise Action. Deshalb war ich zeitweise sogar kurz davor, das Buch nicht zu Ende zu lesen.Die Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet, sodass man eine Verbindung zu ihnen aufbaut und sie im Laufe der Geschichte gut kennenlernt. Auch ihre Handlungen waren meist nachvollziehbar.Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen, wirkte an manchen Stellen jedoch etwas zu zurückhaltend.Die Auflösung des großen Mysteriums am Ende fand ich etwas seltsam. Vielleicht habe ich sie auch nicht vollständig verstanden, dennoch konnte sie mich leider nicht überzeugen.Im Großen und Ganzen ist Ghost Virus eine unterhaltsame, brutale und sehr abgefahrene Geschichte für zwischendurch, die allerdings auch einige Schwächen aufweist. Die Grundidee fand ich gelungen, auch wenn sie sehr unrealistisch ist.Als Horrorthriller würde ich das Buch persönlich jedoch nicht unbedingt bezeichnen, da es für mich eher brutal und ekelerregend als tatsächlich gruselig war. Das ist natürlich Geschmackssache und spiegelt lediglich mein persönliches Empfinden wider.Trotz allem würde ich Graham Mastertons bei einem anderen Buch nochmals eine Chance geben. :)