Meine Meinung zum Jugendbuch:Fräulein Renée und das kartografische KomplottInhalt in meinen Worten:In einer Zeit wo das Adelsgeschlecht noch das Sagen in Stuttgart hatte, wo die Wilhelma noch ein wenig anders aussah als sie heute aussieht und wo die Welt kartografisch erfasst wird, hier gibt es einen Verein, den kartografischen Verein, der Landkarten, Weltkarten und anderes sammelt und erstellt, dazwischen ein Mordfall, eine Leiche die Fragen aufstellt, weil diese eine Karte, abgerissen, in der Hand hält, wer und warum wurde diese Dame getötet?Renée will einen Menschen anheuern, der das ganze was sie erlebt in eine Chronik schreibt, das dabei noch vieles mehr geschieht und es manchmal schwer ist, Liebe nicht leben zu dürfen, wie man sie leben möchte, das Regeln die einen eher brechen als aufrichten hochgehalten werden und das dann auch noch die Aufstände anfangen, die zeigen, die Aristokratie hat keine Rechte mehr, und alle sind einfach Bürger eines Landes. Nun dieses Buch zeigt eine Zeit die längst vergangen ist und dennoch die Anfänge für die heutige Zeit waren. Eine Zeit die dunkler war und doch ihre Glanzseiten in sich trugen. Einfach und doch faszinierend wird erzählt, was Renée und Caspar gemeinsam erleben. Ein Comingage Jugendbuch das vieles beleuchtet und vieles aufzeigt was einst war.Wie ich das Gelesene empfand:Als ich in dieses Buch eingestiegen war, merkte ich wie mich die Zeilen und Worte an die Geschichte festhalten ließen aber auch wie ich neugierig war, wer und warum es diese Leiche gab. Tatsächlich könnte ich mir vorstellen das es noch eine Fortsetzung mit Renée und Caspar geben wird. Sie sind ein ungleiches Ermittlungspaar die doch mehr gemeinsam haben, als sie es ahnten.Themen:Erste Liebe, Comingage, Stadtführung auf spannende Weise, Aufstände die es einst gab, ein Leben mit Prothese. Es gibt hier eine Menge spannende und interessante Informationen zu einer Zeit die ganz anders war als unsere und doch gerade mal 100-150 Jahre her ist. Diese Geschichte zeigt auch auf, wie man trotz heftigen Widerständen seinen Weg gehen kann, doch nicht immer ist die Flucht sinnvoll, denn mitnehmen tut sich jeder trotzdem selbst.Ort:Dieses Buch spielt in Stuttgart, einer Stadt in Badenwürttemberg, die für mich selbst eine sehr wichtige Rolle spielt, die mich 2010 sehr berühren durfte. Zudem in einem alten Herrenhaus, in der Wilhelma, und im Wald, sowie aber auch in der kartografischen Vereinigung. Die Charaktere:Renée ist lesbisch, steht auf Mädchen und wird hier am Ende auch ordentlich verletzt, da sie sich öffnete und ihr Herz mitteilte, doch in einer Zeit wo Homosexualität sogar unter Strafe stand, ist das einfach nicht leicht, zudem hat sie eine Behinderung weswegen sie eine metallische Hand hat. Sie ist ein freches, und sehr wissbegieriges Wesen, das einen Hund an ihrer Seite hat, den sie wirklich gerne hat, dann kommt Caspar mit ins Leben von Renée, er soll die Geschichten, die die beiden erleben chronosieren, dabei kommen aber beide immer wieder an blöde Streitfaktoren, gerade weil Caspar eher ein etwas ängstlicher Charakter ist, und sich mit manchen Handlungen von Renée nicht ganz leicht tut, dafür ist er aber ein Sprachkünstler. Dann gibt es noch Miriam die mehr oder weniger auf Renée achtet und alles dafür tut das es Renée gut geht. Nicht immer einfach, wenn Renée deutlich ihren eigenen Kopf hat.Beide Charakter stoßen sich manchmal aneinander, weil sie doch ganz anders ticken und ganz anders sind und doch haben sie viele Momente wo sie gemeinsam lachen und auch staunen können, zusammen gut arbeiten und den Fall vielleicht am Ende auch lösen können. Und doch ist Renée in der Adligen Szene hineingeboren und bekommt mit wie Caspar eher zur SPD gehört und das alles verändern will, eine Zeit die nicht einfach war.Das Thema:Gerade am Ende des Buches kommt das Thema Freiheit in Einheit und weg mit dem Adelsgeschlecht deutlich zu tragen, wo beide Sichtweisen eingenommen werden, einmal von Caspar der die damalige SPD unterstützen wollte, die damals noch mehr Links war, als ich es bis dato kannte, und eben Renée die im Adel groß wird und dadurch Privilegien genießen darf, die eigentlich ausgeschaltet werden sollten. Hier hätte ich mir gern noch mehr Tiefgang und mehr Wissen gewünscht und hoffe das die Autorin nochmal ein Buch verfasst, wo sie dort nochmals tiefer eintaucht. Der Schreibstil:Das Buch ist interessant erzählt, und fesselte mich deutlich an seine Worte, was mir im Mittelteil manchmal etwas zu zäh vorgekommen ist, dennoch am Ende wieder alle roten Fäden richtig toll zusammengezogen hat. Es ist eine Geschichte mit einem sehr interessanten eigenen Stil.Empfehlung:Geschichtlich ist es eine Zeit, die ich selten so in Jugend und Kinderbüchern entdecke, die aber dafür vor allem mit beteiligt ist, wie wir heute leben können, zudem ist es eine Geschichte die spannend ist, durch den Leichenfund, durch die vielen Nebenhandlungen z.B. die Liebesgeschichten, dann der Zusammenhalt, Streit, und doch auch Zusammenarbeit trotz anderer Sichtweisen es ist eine Geschichte die ich Jugendlichen gern in die Hand drücke, vielleicht lernen sie dadurch eine Zeit kennen, die so gar nicht mehr gelehrt wird in der Schule.Bewertung:Es gab extrem viele tolle Dinge in diesem Buch, weswegen ich diese Geschichte auch wirklich gerne gelesen habe, aber der Mittelteil wurde etwas zäher und etwas schwerer, auch am Ende gab es für mich Fragezeichen, die ich für mich noch nicht gelöst bekam, weswegen ich diesem Buch vier Sterne gebe, ganz nahe an den fünf Sternen und ich freue mich, wenn die Autorin hierzu noch ein weiteres Buch verfassen würde.