Schon das Buchcover von Etwas Leichtes ist ein wahrer Hingucker. Ein Hase spielt im Leben der Protagonistin Leo eine große Rolle. Der Roman beginnt mit Leos Scheidung. Grund der Trennung war nicht ursächlich die fehlende Liebe, sondern Leos Bekenntnis nicht Mutter werden zu wollen. Ihr Mann hingegen sieht sich in der Vaterrolle und so kam das eine zum anderen, er suchte sich eine neue Partnerin, die auch prompt schwanger wurde. Leo steht nach wie vor zu ihrer Entscheidung und genießt das Alleinsein. Wenn sie ehrlich mit sich ist, fehlt es ihr an nichts. Für den fehlenden Sex hat sie eine Regelung gefunden. Alles könnte so entspannt sein, doch ihre Umwelt reagiert befremdlich auf ihren Lebensentwurf. Ein neuer Mann muss her, ihre Eltern wollen sie gut versorgt wissen und ihre beste Freundin überredet sie auf Dating Apps den passenden Partner zu finden. Also versucht Leo hier ihr Glück, obwohl sie nicht überzeugt ist und trifft einige Männer. Als eine Bekanntschaft enger wird, bekommt sie kalte Füße. Lediglich Frederic, ein Hase, der im Tierheim, in dem sie arbeitet, abgegeben wurde erweicht ihr Herz und gibt ihr die Nähe, nach der sie sich sehnt. Als sie dann auch noch eine ältere Frau mit viel Lebenserfahrung trifft, wird Leo klar, wie sie eigentlich leben möchte. Der neue Roman von Eva Lohmann zeigt uns, dass Glück für jeden von uns etwas anderes bedeutet und die Lebensentwürfe unterschiedlich sind. Dies gilt zu akzeptieren, denn wer entscheidet was gut und schlecht ist? Mit Leo hat die Autorin eine sympathische Figur geschaffen, die man sofort mag. Ein flüssiger, moderner Schreibstil und kurze Kapitel lassen uns schnell durch die 240 Romanseiten fliegen. Besonders gut gefallen haben mir am Ende der Kapitel die Gedankenwelt der anderen Figuren, so erhalten wir nochmal einen ganzen anderen Blick auf das Gelesene und bringen Verständnis für die anderen Seiten auf. Ich hatte eine amüsante Lesezeit und nehme die Botschaft wahr: Finger weg vom Missionieren, jede/jeder lebt sein Leben so wie sie/er es möchte. Ob mit oder ohne Kinder und ob mit oder ohne Partner oder Partnerin. Sehr gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus.