Wer nach Macht giert, schaut nicht mal seinen Kindern ins Gesicht
Harlow ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, doch ihre Stärke ist nicht einfach angeboren. Sie wurde durch ihre Eltern, ihre Erlebnisse und all das geprägt, was sie im Laufe ihres Lebens durchstehen musste. Sie hat gelernt, ihre Gefühle zu verbergen, sich nichts anmerken zu lassen und für sich selbst einzustehen. Hinter ihrer harten Fassade steckt jedoch auch eine Frau, die viel erlebt hat und deren Vergangenheit sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie heute ist.Henry ist ebenfalls ein starker Charakter, nicht zuletzt durch seine Position und die Verantwortung, die er innerhalb seiner Festung trägt. Doch hinter seiner selbstbewussten und mächtigen Ausstrahlung verbirgt sich ein weicher Kern. Er besitzt ein gutes Gespür dafür, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, und zeigt, dass Stärke nicht bedeutet, gefühlskalt sein zu müssen. Im Gegensatz zu Harlow durfte Henry in seiner Kindheit viel Liebe von seinen Eltern erfahren. Dieser Unterschied hat mich besonders beschäftigt, denn obwohl beide starke Persönlichkeiten sind, haben sie ganz unterschiedliche Voraussetzungen, um mit ihren Gefühlen und ihrer Vergangenheit umzugehen.Besonders spannend fand ich, wie diese beiden Charaktere aufeinandertreffen und wie unterschiedlich sie die Welt wahrnehmen. Ihre Gegensätze machen ihre Dynamik für mich besonders interessant. Dabei geht es nicht nur um Anziehung und Gefühle, sondern auch um Vertrauen, Verletzlichkeit und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit tatsächlich prägt.Auch die Welt, die Sheila Masterson erschaffen hat, konnte mich schnell in ihren Bann ziehen. Ich bin erstaunlich mühelos in das Worldbuilding hineingekommen und hatte keine Schwierigkeiten, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Die Handlung hält einige Überraschungen bereit und hat es geschafft, meine Neugier immer wieder aufs Neue zu wecken.Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Die Vulgarität war mir persönlich stellenweise etwas zu viel. Grundsätzlich stört mich eine derbere Sprache nicht, doch wenn sich vulgäre Ausdrücke über mehrere Zeilen hinweg wiederholen, war es für mich manchmal einfach zu viel des Guten. Das ist jedoch mein persönliches Empfinden und hat mir die Freude an der Geschichte insgesamt nicht genommen.Mein Fazit: The Poison Daughter ist für mich eine spannende Fantasygeschichte mit starken Charakteren, einer düsteren Welt, Vampiren, jeder Menge Spice und einigen unerwarteten Wendungen. Besonders Harlow und Henry haben die Geschichte für mich interessant gemacht, weil sie trotz ihrer Stärke so unterschiedlich geprägt wurden und beide ihre ganz eigene Art haben, mit der Welt umzugehen.Ich empfehle das Buch allen, die Fantasy lieben, gerne in düstere Welten eintauchen und Geschichten mit starken Persönlichkeiten, einer knisternden Liebesgeschichte, viel Spice und überraschenden Entwicklungen mögen. Wer dazu noch Vampire und eine ordentliche Portion Spannung sucht, sollte sich dieses Buch definitiv näher ansehen! ¿¿