Summerween von Joss Wood ist eine humorvolle, unterhaltende Kleinstadt-Geschichte, nämlich Solstice Springs, in die Wren für den Sommer zurückkehrt, um eine Pause zu machen. Dass sie dabei direkt am ersten Tag auf Dr. Dane Trafford stößt, hat sie so nicht eingeplant und ihr Urlaub entwickelt sich anders als geplant. Insbesondere weil ihre Tante Luna, Bürgermeisterin und Teilzeit-Hexe, sie als Choreografin für einen Auftritt beim Summerwheen eingestellt hat....ohne ihr Wissen oder ihre Zusage.
Die Kapitel sind nicht nur aus der Sicht von Wren oder Dane geschrieben, sondern auch aus der Sicht der Geister der Stadt (hier aus der dritten Person erzählt). Teilweise wechselt die Perspektive auch innerhalb des Kapitels, die auch eher länger geschrieben sind.
Die Sätze sind teilweise extrem lang und verschachtelt, sodass man nicht immer folgen kann und das Tempo wirkte da fast schon Lorelei-Gilmore-artig schnell.
Die Kapitel mit den Geistern haben mich leider nicht wirklich überzeugen können, sie tragen nicht viel zur Handlung bei, außer dass sie sehr neugierig oder extrem altmodisch sind (Und das obwohl sie die Einwohner teilweise nun schon über 100-200 Jahre beobachten. Da sollten ein Handy oder öffentliche Liebesbekundungen ja jetzt wirklich nichts überraschendes oder empörendes mehr sein).
Obwohl es die ganze Zeit um Wren und Dane geht, erfährt man sehr wenig über sie, ihren Charakter, ihre Vergangenheit. Es hat wenig Tiefe und ist eher oberflächlich gehalten. Eher gegen Ende wird das dann aufgeholt und man erfährt etwas mehr über sie. Meiner Meinung nach aber viel zu spät. Man hat auch überhaupt keine tension oder knistern gefühlt, sodass der Spice dann auch geradezu plump wirkte.
Wrens Charakter war mir am Anfang der Geschichte deutlich sympathischer als gegen Ende hin. Insgesamt wurde in dieser Geschichte zu viel über Gefühle usw. gedacht aber zu wenig kommuniziert und gehandelt, was es ganz schön zäh gemacht hat.
Insgesamt ist Summerwheen eine nette, unterhaltende Geschichte, mit Sommer und Halloween-Setting. Allerdings kommt für mich der Charakter der Stadt nicht so richtig rüber. Meiner Meinung nach ging es viel zu viel um die Gedanken von Wren und Dane und dabei wurde zu wenig außerhalb beschrieben und aufgebaut. Der Geschichte hat auch einfach der rote Faden gefehlt.
Die Geister waren eher nervig und an den Stellen haben auch total der Humor und die typisch liebenswerten-charakterstarken Persönlichkeiten einer Kleinstadt gefehlt, um die ganze Geschichte rund zu machen.
Auch die Liebesgeschichte um Wren und Dane hatte so ihre Höhen und Tiefen, hat mich als Leser allerdings leider nicht so überzeugen können. Daher nur 3,5 Sterne.