Cover & Klappentext
Das Cover wurde wunderschön illustriert und stellt allein schon einen Blickfang aufgrund der Farbgebung dar. Mich hat es sofort angesprochen.
Doch letztendlich war es der Klappentext und nicht zuletzt die Autorin, die für mich keine Unbekannte ist , der mich überzeugt hat, die Geschichte zu lesen. Er verspricht ein unterhaltsames Abenteuer mit witzigen Szenen.
Meinung
Die 17-jährige Knochenelfe Davina will in einer Nacht so viel Geld wie möglich gewinnen, um zu ihrer besten Freundin auf das Festland zu reisen. In Eloria hat sie ohnehin keine Zukunft. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist ausgerechnet ein Dämon hinter ihr her, weil sie angeblich ihre Seele verspielt hat, weshalb sie sich gezwungen sieht, einen Vampir an sich zu binden, um sie zu beschützen. Leider gerät sie dabei ausgerechnet an den arroganten Thronfolger. Prinz Aleksander ist davon alles andere als begeistert und schwört ewige Rache. Dennoch muss er sich fügen. Vorerst.
Bis auf das letzte Kapitel wird man aus der Sicht von Davina durch das Geschehen geführt. Der Einstieg gelingt recht leicht. Einzig der Schreibstil hat für ein paar kleinere Probleme gesorgt. Diesbezüglich sehe ich noch viel Potential nach oben. Einige Sätze waren nicht sofort eindeutig verständlich, sodass ich hin und wieder durch einige Szenen stolperte. Das verlor sich aber im Verlauf.
Dafür konnten mich die Hauptprotagonisten überzeugen, insbesondere Davina. Knochenelfen werden wegen ihrer Magie geächtet und abgelehnt, sodass sie sich bedeckt hält. Davon abgesehen nutzt sie ihre Kräfte keineswegs unbedacht. Eigentlich. Den nächstbesten Vampir an sich zu binden, geschah aus einem Impuls heraus, aus einer Art Notfall, weshalb sie durchaus ein schlechtes Gewissen hat. Andernfalls hätte sie keine Chance gehabt, dem Dämon zu entkommen, der ihre Seele einfordert.
Das tut aber ihrem übersprudelnden Wesen keinen Abbruch. Von den Drohungen des Vampirs, der nun notgedrungen mit ihr zusammenarbeiten muss, ist sie gänzlich unbeeindruckt. Ihr Ziel ist es, die Umstände zu klären, die dazu geführt haben, dass sie ihre Seele verkauft hat, ohne sich daran zu erinnern, und diese wieder zurückzufordern. Doch so einfach ist das nicht.
Prinz Aleksander, das sogenannte Opfer von Davina, ist von dieser Inbesitznahme alles andere als begeistert. Verständlicherweise. Allerdings sorgt seine Arroganz nicht gerade dafür, dass er sehr sympathisch erscheint, was sich zum Glück im weiteren Verlauf ändert.
Und nicht zuletzt hat hier noch ein ganz besonderes Wesen seinen Auftritt: eine sprechende Motte. Mottizia ist eine Mischung aus liebenswürdig, unterhaltsam und nervtötend. Sie gibt der Geschichte einen besonderen Kick.
Es kommt, wie es kommen muss. Diverse lebensgefährliche Situationen und andere Unwägbarkeiten sorgen dafür, dass die beiden sich näherkommen. Nein, sie verlieben sich nicht unsterblich ineinander, aber sie beginnen, sich kennenzulernen, und bringen Verständnis für den anderen auf. Zumindest teilweise. Immerhin reicht es, um den anfänglichen Hass und die Abneigung zu beenden. Dass so etwas wie Zuneigung daraus erwächst, kann schließlich unmöglich sein, oder? Davina glaubt keineswegs daran. Für sie steht fest, dass sie danach getrennte Wege gehen. Immerhin passen ein Vampir und eine Knochenelfe nicht zusammen.
Die Idee hat mir an sich ganz gut gefallen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Autorin sich gelegentlich in ihrer eigenen Story verloren hat. Einige Szenen wirkten auf mich künstlich herbeigeführt, um irgendwie voranzukommen. Das änderte sich irgendwann, bis ich mich auf die Twists einlassen konnte. Und davon gibt es einige.
Gleichzeitig sorgen die witzigen Sprüche und Situationskomik dafür, dass die angespannte Lage etwas aufgelockert wird. Das ist durchaus gelungen. Vielleicht ein wenig zu gut, denn Davinas Dilemma ist durchaus ernst. Immerhin steht nicht nur ihr Leben, sondern in erster Linie ihre Seele auf dem Spiel. Das geht oftmals unter.
Es kann natürlich sein, dass die Autorin es absichtlich so gestaltet hat. Das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber da es durchaus Szenen gab, in denen Davina die Verzweiflung überkommt, gehe ich davon aus, dass sie auch diese Emotionen übertragen wollte.
Insgesamt fühlte ich mich gut unterhalten, obwohl nicht alles logisch erscheint und einige Momente, die mehr Tiefe verdient hätten, nur an der Oberfläche kratzten. Vielleicht ändert sich das noch in der Fortsetzung, die ich nach dem irritierendem Ende sehnsüchtig erwarte.
Fazit
Ein unterhaltsamer und witziger Auftakt einer Fantasy-Dilogie, der nicht nur wegen Mottizia gut funktioniert. Die Autorin setzt auf Spannung und Humor, während einige Twists für ein angenehmes Tempo sorgen.
Ich vergebe drei von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.