Ich war schon sehr gespannt auf den 2.Teil der Familiengeschichte um Ebba und Arndt. 2 Jahre musste ich warten, aber es hat sich gelohnt. Es geht sehr spannend weiter und ich kann direkt vorausschicken, dieser Band hat mir noch besser gefallen als der erste Teil. Ebba und Arndt sind verheiratet und leben auf Arndts gräflichen Familiensitz in Hamburg. Mit im Haus leben Frauke und Friedrich, Schwägerin und Arndts Bruder. Dieser kümmert sich um die Leitung der Besitztümer, während Arndt als Ingenieur in der hiesigen bedeutenden Schiffswert arbeitet. Er ist sehr bodenständig und schätzt auch die Arbeiter, allen voran den Maschinist Maddi. Ebba kümmert sich um den Haushalt und das Personal, die neue Köchin, das Dienstmädchen und den Diener von Friedrich, ein seltsamer Geselle und natürlich um Jonas, den sie von Skagen mitgebracht haben. Durch die einzelnen Personen entsteht auch direkt ein Geflecht an verschiedenen Perspektiven. Während Ebba und Arndt mit dem Verlust ihres ersten Kindes seelisch kämpfen, ist Frauke missgünstig, da sie sich eigentlich an Arndts Seite sieht. Die Köchin hat ein Auge auf Jonas geworfen, der sich aber um seinen Angelfreund kümmert, was ihn auch ins zwielichtige Mileu von Hamburgs Rotlichtviertel führt. Dort arbeitet tatsächlich die Schlange, Arndts erste geschiedene Frau. Während Arndt und Ebba an ihrer Ehe arbeiten und unterschiedliche Sichtweisen auf den neuen Kinderwunsch von Ebba haben, verfolgen die anderen Protagonisten ihre eigenen Ziele. Es entspinnt sich nach und nach ein Intrigennetz und das ist unheimlich fesselnd. Der Autor versteht es durch die einzelnen Personen, die einzelnen Kapitel mit ihrer Sichtweise und Erzählungen voranzutreiben. Dabei werden auch die Nebenfiguren sehr gut ausgearbeitet. Es entsteht nach und nach eine große Nähe zu diesen und das hat mir sehr gefallen. Die Geschichte geht immer zügig voran. Auch wenn einzelne Handlungsstränge beendet werden, so greift der Autor diese dennoch an anderer Stelle auf, so dass ich öfter dachte: das ist aber gut gemacht, jetzt erfahre ich sogar noch etwas mehr, obwohl ich dachte, dieser Teil sei beendet. Toll gemacht. Die Sprache ist flüssig und sehr gut zu lesen. Einzig etwas komisch fand ich den Anfang, in dem Arndt den Malern von Skagen die weitere Geschichte erzählt, jedoch betont er mache es in der dritten Person. Das hat mich etwas irritiert und das wird auch überhaupt nicht mehr aufgegriffen und spielt an sich keine Rolle mehr.
Wer den ersten Teil nicht kennt, kann den zweiten dennoch sehr gut lesen. Es werden einzelne bereits aufgetretene Personen kurz und gut eingeführt. Am Ende des Buches gibt es auch eine Zusammenstellung und kurze Beschreibung der Protagonisten. Da das erste Buch bereits etwas länger her ist, kam ich wirklich sehr gut wieder in die Geschichte rein. Ein wenig hat mich das Buch an die Bücher von Iny Lorentz erinnert. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung für einen tollen historischen Roman. Ich hoffe, es wird einen dritten Teil geben, ich würde sehr gerne wissen, wie es mit allen bereits liebgewonnenen Personen weitergeht.