Aro Sáinz de la Maza und seinen kauzigen Kommissar Milo Malart kannte ich bisher nicht. Auf Stadt der Schatten bin ich durch eine Rezension bei der Krimi-Couch aufmerksam geworden. Da ich auch schon mal in Barcelona war und Bauwerke von Gaudí besucht hatte, wollte ich dieses Buch gerne lesen. Worum geht es?
Ein Mann wird entführt, Tage später an einen Balkon der Pedrera (Casa Milà) aufgehängt und in Brand gesteckt. Inspektor Milo Malart, der eigentlich suspendiert ist, soll den Fall lösen. Doch weitere Menschen verschwinden
Stadt der Schatten ist komplex, herausfordernd und anspruchsvoll. Dem starken Anfang folgt ein schwächerer, langatmiger Mittelteil. Die Hauptrollen in diesem Krimi spielen Barcelona und die Gebäude des genialen Architekten Antoni Gaudí. Auch mit Gesellschaftskritik spart der Autor nicht. Er zeichnet ein düsteres Bild der katalanischen Hauptstadt.
Milo ist klar, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss, der schon lange sein Unwesen treibt. Wie so oft, liegt das Motiv in der Vergangenheit. Täter werden zu Opfern, Opfer zu Tätern. Es geht um Rache.
Die Figurendarstellung ist gelungen. Milo ist ein faszinierender Charakter. Ein brillanter, aber psychisch angeschlagener Ermittler, den unorthodoxe Methoden und ein messerscharfer Verstand auszeichnen. Seine junge Kollegin Rebeca Mercader ist knallhart (O-Ton) und kommt sympathisch rüber.
Kurz vor Schluss gibt es eine überraschende Wendung. Am Ende nimmt die Geschichte noch einmal Fahrt auf und der Kreis schließt sich.
Fazit: Spannung aus Spanien mit einem ungewöhnlichen Helden.