Ein sehr intensives Buch- aber sehr empfehlenswert
Werbung | Rezensionsexemplar¿¿ Triggerwarnung: Gewalt, sexualisierte Gewalt und Missbrauch, Selbstverletzung, Suizidversuche, Sucht. Eine ausführliche Content Note findet ihr am Anfang des Buches. Bitte achtet beim Lesen gut auf euch.Kontrolle.Gehorsam.Selbstbestimmung.Dieses Buch hat einfach nur unglaublich wehgetan.Mit Ich Bin Deine Tochter, Nicht Deine Ehre hat Rey Mani einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über ihr Aufwachsen in einer stark patriarchal geprägten Familie geschrieben, in der aber auch die Mutter eine entscheidende Rolle spielt. Ich muss ganz ehrlich sein, es war wirklich schwer auszuhalten.Allen voran ist in dieser Familie der Schein nach außen extrem wichtig. Die Tochter muss parieren, sich kümmern und Aufgaben übernehmen. Ihr Körper wird ständig thematisiert, kritisiert und ist Übergriffen ausgesetzt. Benimmt sie sich nicht artig, hat sie Strafen zu erwarten. Emotionale Erpressung durch die Mutter ist an der Tagesordnung. Und über allem steht nur der Wunsch, gesehen, verstanden, angenommen und geliebt zu werden.Die Atmosphäre in diesem Buch ist durchwegs toxisch. Je älter Rey Mani wird, desto klarer wird auch die Gefahr, selbst Macht über ihre kleinen Geschwister oder ihre eigenen Kinder auszuüben. Auf der Suche nach Halt verliert sie sich in religiöser und feministischer Radikalisierung, in Sucht und toxischen Beziehungen. Irgendwann schafft sie den Absprung. Doch alle, die toxische Bindungen kennen, wissen, wie schwierig es ist, solche Abhängigkeiten aufzulösen. Gerade Traumabindungen verhalten sich oft wie Superkleber.Rey Mani schreibt direkt, ungeschönt, sehr persönlich und sehr ehrlich, aber auch brutal. Denn die Realität, die sie schildert, ist einfach brutal und kaum zu ertragen.Unter Berücksichtigung der Triggerwarnung kann ich dieses Buch allen empfehlen, die schwierige Themen in Büchern mögen und sich damit auseinandersetzen wollen. Gerade in Bezug auf toxische Familiensysteme ist es sehr lesenswert.Vielen lieben Dank an LovelyBooks und den Grau Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.