"Wirf einen Schatten" ist der zweite Roman von Elena Fischer und erscheint im Juli 2026 im Diogenes Verlag.
Joseph ist der Ehemann, den sich jede Frau nur wünschen kann. Er ist fleißig, trinkt nicht und ist nicht gewalttätig. Nur reden, handeln oder Gefühle zeigen hat er von seinen Eltern nie gelernt. Es ist Heiligabend 1963 und Joseph begreift, dass seine Frau Lis und sein Sohn Samuel nicht wieder zu ihm zurückkommen werden. Gerade als er im Begriff ist, dem ein Ende zu setzen, klingelt es bei ihm und eine junge Frau fällt ihm regelrecht in die Arme. Sie ist vollkommen durchnässt, hat Fieber und Joseph nimmt sie bei sich auf. Birdie, wie sie sich nennt, fasst nach und nach Vertrauen zu Joseph und erzählt ihm ihre Geschichte. Zusammen mit seiner Schwägerin Ada überlegt Joseph, wie sie Birdie helfen können. Birdie wiederum hat gute Antennen und bemerkt, was mit Joseph los ist und sie macht ihm unmissverständlich klar, dass er endlich handeln muss.
Elena Fischer schreibt von Joseph in der dritten Person und doch hat man auch das Gefühl, dass Joseph dies erzählt. Die Geschichte hat zwei wechselnde Zeitreihen. Die Gegenwart beginnt Heiligabend 1963 und ist in tägliche Kapitel unterteilt. Die zweite Zeitreihe befasst sich mit Rückblicken, beginnend mit dem Tag im August 1963, als Joseph von Lis und Samuel verlassen wurde und dann zeitlich weiter rückwärts bis in den Mai 1957. Das fand ich besonders gelungen und hat mir sehr gut gefallen. Elena Fischer hat auch in ihrem zweiten Roman viele Emotionen einfließen lassen, wobei mich Ort und Handlung etwas überrascht haben. Ich kann nur sagen: "Weiter so."