Ich habe diese Geschichte gerne gelesen.
Viola - unsere Protagonistin - macht gerade eine schwierige Zeit durch. Nicht nur, dass ihre Beziehung gescheitert ist, sondern nun hat sie auch noch ihren Job verloren!Ziemlich entmutigt und auch von Gott und ihrem - seit Kindheit gelebten - Glauben ist sie enttäuscht. Immer mehr Zweifel machen sich in ihren Gedanken und ihrem Herzen breit.Was, wenn sie sich die Sache mit Gott nur eingebildet hat? Es erscheint ihr inzwischen jedenfalls immer wahrscheinlicher. Vielleicht sollte sie die ganze Glaubenssache endgültig hinter sich lassen? Es machte ja doch keinen Unterschied.Durch eine Freundin erfährt sie bald darauf, dass man sich auf einen Sommerjob in einem Tagungshaus in Cuxhaven bewerben kann. Etwas, das sie dann auch tut und prompt eine Zusage bekommt.Sie freut sich, nach langer Zeit wieder in diese Gegend zurückzukehren, obwohl sie damit auch ein nicht so schönes Erlebnis verbindet. Denn vor Jahren wurde ihr bei einem Jugendcamp von ihrem ersten großen Crush das Herz gebrochen. Bis heute hat sie Laurin nicht vergessen...Andererseits, wie groß war schon die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihm dort nach so langer Zeit über den Weg laufen würde?Tja, wie es das Schicksal so will, passiert allerdings genau das!Doch auch Laurin hat sich verändert. Seit damals ist viel passiert, seine Eltern sind inzwischen getrennt und sein kleiner Bruder hat jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen. Etwas, dass ihm sehr zu schaffen macht. Auch glaubenstechnisch gab es einen Wandel bei ihm. Damals noch Atheist, ist er jetzt Christ.Neue Hoffnung erwacht, als er eines Tages Flaschenpost von Jari erhält. Dass es Jari sein muss, davon ist er felsenfest überzeugt. Wer sonst könnte hinter den persönlichen Nachrichten, in denen auch so viel aus ihrer Vergangenheit vorkommt, stecken?So entwickelt sich ein Austausch über "Post" und E-Mail. Er beantwortet die gestellten Fragen, geht den Spuren nach und hofft so sehr, dass es zu einem Treffen und einer Versöhnung zwischen sich und seinem Bruder kommt.Als ausgerechnet Viola sich anbietet, ihm dabei unterstützend zur Seite zu stehen, beginnt auch zwischen den beiden neue Nähe zu entstehen. Die Fragen, die Laurin seinem Bruder gewissenhaft beantwortet, drehen sich irgendwann auch um den Glauben und so kommt Viola automatisch mit dieser Thematik wieder in Berührung und wird mit ihren eigenen Zweifeln konfrontiert...Mit "Calm my waves" ist der Autorin meiner Meinung nach ein wirklich toller Debütroman gelungen, der mir sehr gut gefallen hat und der mich nun auch auf einen weiteren Band hoffen lässt, denn ich finde, da gäbe es noch ordentlich "Material" für eine Fortsetzung und ich würde schon gerne erfahren, wie es mit Jari weitergeht.Ich fand es auch ziemlich cool, dass es gegen Ende der Geschichte eine - für mich komplett unerwartete - Wendung gab. Das war toll gemacht!Das Coverdesign und der Farbschnitt sind wunderschön, die Charaktere fand ich allesamt sympathisch und auch die Handlung selbst hat mich überzeugt.Eine einzige Sache hat mich etwas gestört und zwar, dass es scheinbar für niemanden der christlichen Clique, Viola und Laurin selbst oder auch für Violas Schwester ein Problem war, dass ein Christ und ein Nicht-Christ (denn so sieht sich Viola doch für einige Zeit - von Gott und ihrem Glauben abgewandt) in eine Beziehung gehen. Im Gegenteil, es wird sogar unterstützt. Damit tue ich mir persönlich schwer, denn die Bibel sagt uns, dass es nicht weise ist, wenn man einen Partner hat, der nicht denselben Glauben teilt. Wenn man bei dem, was am Wichtigsten ist, nicht einer Meinung ist, wie soll es dann klappen? Da kommt es automatisch zu Reibereien...Aber abgesehen davon - wie bereits oben schon erwähnt - ein echt toller Roman, den ich sehr gerne gelesen habe!