
Der Historiker Lukas Held fragt sich, ob die Lage der liberalen Demokratien wirklich so dramatisch ist, wie es vielen im Moment scheint. Vielleicht hilft eine Verschiebung des Blicks, und zwar mithilfe urbanistischer Forschung? Carlos Spoerhase sondiert die aktuelle Literaturtheorie - und zwar entlang der Frage, wie sie mit asymmetrischen Binarismen ("guten Formen, schlechten Formen") umgeht. Zum Ende seiner Serie zur "sozialen Farbe" ist Timon Beyes in der Gegenwart angelangt - und sondiert, wie das Digitale die Farbe und unsere Vorstellungen von ihr verändert. Die Straße ist ein politischer Ort, stellt Jan-Werner Müller fest - und zwar gerade, wenn der Fluss des Verkehrs durch Blockieren und Barrikadieren unterbrochen wird.
Denis Gonska bewegt sich durch die Ruinen eines Online-Großprojekts: Hartmut Dietz' "Neuen Philologus", der das Wissen der Welt idiosynkratisch sammelt und ordnet. In eine Ausstellung zur Tiefsee entführt Claus Leggewie - und zeigt, wie der kapitalistische Extraktivismus auch den Boden des Meeres nicht verschont.
Die "Zeitleiste" ist in der Geschichtsdidaktik nach wie vor ein weit verbreitetes Instrument zur historischen Orientierung. Anna-Sophia Nübling erklärt, was daran problematisch ist - und sucht nach Alternativen. Der Schriftsteller Marc Degens hat ein Jahr in einer Fußgängerzone gelebt und weiß davon, und überhaupt von Fußgängerzonen, dies und das zu berichten. Was man bei Lesungen erleben kann, erfährt man in einem Text von Sibylle Severus.
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