Eine berührende und spannende deutsch-deutsche Geschichte
Was bleibt von einem Menschen, wenn er plötzlich alles zurücklasst und schweigt?Janna ist 44 Jahre alt, als sie in das mecklenburgische Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt und Fragen nach der Vergangenheit stellt. Kurz vor dem Mauerfall war Janna mit ihren Eltern aus der DDR in den Westen geflogen. Drei Monate später nahm sich der Vater das Leben und in seinen Händen hielt er einen Zettel mit ihrem Namen.Janna möchte verstehen, was damals wirklich geschah. Doch im Dorf stößt sie auf Ablehnung und alte Vorurteile. Selbst Oskar, ihr einst bester Freund und Sohn des SED-Ortssekretärs geht ihr aus dem Weg. Erst als Janna im baufälligen Bootshaus ihres Vaters auf dessen Tagebücher stößt, beginnt sich das Bild ihrer Vergangenheit zu verändern. Offenbar war die Flucht der Eltern nicht so freiwillig, wie Janna immer geglaubt hat. Und die Dorfbewohner wussten mehr, als sie je erzählt haben.Corinna Krenzer erzählt eine bewegende deutsch-deutsche Familiengeschichte über Schuld, Angst und Geheimnisse und die Folgen einer Vergangenheit, die nie richtig aufgearbeitet wurde. Dabei steht die Vater-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt. Janna ist wie ihr Vater Schriftstellerin geworden und das Schreiben wird für sie zu einem Weg, Erinnerungen zu ordnen und Lücken zu schließen.Ruhig und zugleich mit großer Sogwirkung entfaltet der Roman nach und nach seine Geheimnisse. DDR-Geschichte, Erinnerungskultur, Heimat, Identität,Freundschaft und weibliche Selbstermächtigung verbinden sich zu einem vielschichtigen Familiendrama. Wer sich mit der DDR-Geschichte beschäftigen möchte, findet hier eine berührende und spannende Geschichte. Wenn man sich erst einmal in die Geschichte eingefunden hat, kann man den Roman nicht mehr aus den Händen legen. Große Leseempfehlung.