Cover & Klappentext
Das Cover hat mich sofort bezaubert. Es fällt sofort ins Auge, trotz seiner Einfachheit. Zudem passt es toll zum Inhalt.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, aber mich nicht sofort gecatcht. Hier war es die Autorin. Von ihr kenne ich schon einige Bücher, daher konnte ich unmöglich widerstehen.
Für alle, die ähnlich unschlüssig sind wie ich zuvor: Es steckt so viel mehr in diesem Roman, als der Klappentext überträgt.
Meinung
Alizes ganzes Herzblut steckt in ihrem Job als Junior Managerin bei dem Musiklabel Nova Tone. Damit ihr Vertrag verlängert wird, versucht sie, die Band Silentbound unter Vertrag zu nehmen. Doch dafür müsste sie erst einmal wissen, wo sie auftreten und wer die vier Jungs sind, die nur hinter Masken verborgen auftreten.
Als sie das Glück hat, eines der begehrten Tickets für einen kurzfristigen Auftritt zu ergattern, ist es diesmal nicht die Musik, die sie in ihren Bann zieht, sondern eine geheimnisvolle Macht, die bald ganz Montreal bedroht.
Aus der Sicht von Alize und gelegentlich auch Echo wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg besticht sofort durch seine schönen Formulierungen, die der Autorin zu eigen sind. Ihr Wordbuilding und die Satzstrukturen verschmelzen zu geschmeidigen Abschnitten, denen man gerne folgt.
Allerdings ist der Anfang auch etwas schwergängig. Der Grund liegt meines Erachtens nach in dem gemächlichen Tempo, das sich größtenteils durch die gesamte Story zieht mal abgesehen von den spannenden Szenen.
Hier hat sich die Autorin sehr auf die Beschreibung von Alize versteift. Es geht um ihren Job beim Musiklabel Nova Tone, ihr Leben, ihre Freunde.
Doch obwohl Alize durchaus sympathisch erscheint, wirkte sie auf mich anfangs etwas distanziert. Ich bin nur sehr langsam mit ihr warm geworden. Und so richtig und vollständig ist es mir nicht gelungen. Trotzdem mag ich sie. Sie hat sich durchgekämpft und kann trotz oder wegen ihrer Gehöreinschränkung mit ihrem Können punkten. Außerdem setzt sie sich durch und ist für ihre Freunde immer da.
Echo hingegen ist nur reduziert vertreten. Es gibt einige Absätze und auch mal kurze Kapitel aus seiner Sicht. Dadurch lernt man ihn kaum kennen, was aber gewollt ist, da seine Identität geheim bleiben muss. Auch der Leser erfährt erst zum Schluss, wer hinter der Fuchsmaske steckt.
Nun geht man natürlich davon aus, dass die beiden Protagonisten, aus deren Sicht man die Story durchlebt, automatisch zusammenfinden werden. Aber ist dem wirklich so? Hier spielt die Autorin mit vermeintlich drei verschiedenen Männern, die Potenzial in diese Richtung mitbringen. Das hat mir gefallen.
Aber hier geht es nicht in erster Linie um eine Romanze. Eine uralte Bedrohung sorgt für unerklärliche Todesfälle, und nur Silentbound scheint zu wissen, was dahintersteckt.
Die Idee ist außergewöhnlich und beängstigend. Außerdem ist das Setting mal nicht in den üblichen Städten der USA angesiedelt, was ein weiterer Pluspunkt ist.
Dazu kommt, dass die Story zwar als Romantasy ausgewiesen ist, aber der übernatürliche Anteil im Grunde recht gering ist, und auch die Romantik nicht künstlich hervorgehoben wird.
Im Grunde wird man nach und nach tiefer in die Geschichte gesogen. Bestimmte Elemente betreffend passt damit auch das langsame Tempo, jedoch nicht immer. In anderen Belangen kam es zu diversen Wiederholungen und ein gewisses Hin und Her, was irgendwann ein wenig anstrengend wurde.
Insgesamt konnte die Story überzeugen und hat mich letztendlich in den Bann gezogen. In ihr steckt so viel mehr, als ich anfangs vermutet habe, sodass ich Band zwei kaum erwarten kann. Das liegt nicht zuletzt an dem wirklich, wirklich miesen Cliffhanger.
Fazit
Wer die Bücher von Anne Lück kennt, wird auch hier nicht enttäuscht werden, denn die Autorin begeistert mit tollen Formulierungen, eigenwilligen Hauptprotagonisten und einer intensiven Handlung, die den Leser mitfiebern lässt.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung!
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