Rezension von Ute Pappelbaum LESERING. DE:
"Es gibt Bücher, die ihre Leser mit Antworten empfangen. Konstantin Schamber beginnt anders. Schon im Vorwort formuliert er ein Versprechen, das zugleich den Maßstab seines gesamten Werkes setzt: Die folgenden Seiten geben keine Gewissheit. Sie versprechen etwas Besseres, nämlich Orientierung im Ungewissen. Selten hat ein Autor den Anspruch seines Buches präziser beschrieben. Denn MONOFUTURIS Vom Fortschritt zum Verlust der Vielfalt will keine Zukunft vorhersagen. Es will erklären, warum unsere Vorstellung von Zukunft selbst zum Gegenstand kritischer Betrachtung werden muss.
Man spürt dem Buch an, dass sein Autor sich über lange Zeit mit diesen Fragen beschäftigt hat. Die sieben Kapitel wirken nicht wie lose aneinandergereihte Essays, sondern wie die Bausteine eines gedanklichen Gebäudes. Schamber beginnt beim Begriff des Neuen, führt seine Leser über Zukunftsforschung, soziale Evolution, Wissen und Technik bis hin zur Künstlichen Intelligenz und schließlich zu seiner Theorie der Monofuturis. Dabei entsteht kein lineares Lehrbuch, sondern ein Denkmodell, das sich Schicht für Schicht entfaltet.
Literarisch reizvoll wird das Buch dort, wo Sprache selbst zum Erkenntnisinstrument wird. Große gesellschaftliche Debatten leben von Begriffen, die Zusammenhänge sichtbar machen. Max Weber sprach von der Entzauberung der Welt , Ulrich Beck von der Risikogesellschaft , Hartmut Rosa von der Resonanz . Schamber versucht mit Monofuturisetwas Ähnliches. Er schlägt einen Begriff vor, der eine Entwicklung benennt, die viele beobachten, aber selten in Worte fassen: den schleichenden Verlust alternativer Zukunftsvorstellungen.
MONOFUTURIS ist kein Buch für Leser, die Gewissheiten suchen. Es ist ein Buch für Leser, die bereit sind, ihre eigenen Gewissheiten zu hinterfragen. Konstantin Schamber liefert keine Antworten auf alle Zukunftsfragen. Er leistet etwas Anspruchsvolleres: Er verändert den Blick, mit dem wir sie stellen."
Rezension von Dr. Peter Plöger Leser:
"Mit MONOFUTURIS kann ich sehr viel anfangen. Die zentrale These, dass technologische Entwicklung zweischneidig ist, weil sie uns neue Möglichkeiten eröffnet, gleichzeitig aber auch andere Entwicklungswege zubaut, finde ich rundweg überzeugend. Die Perspektive, Technologie als Begrenzer zukünftiger entwicklungsgeschichtlicher Optionen zu betrachten, ist gegen den heutigen Strich gebürstet und gerade deshalb ausgesprochen zeitgemäß.
Für mich berührt das Buch damit ein zivilisatorisches Grundproblem, das in seiner Bedeutung für unsere Gesellschaft kaum überschätzt werden kann, im öffentlichen Diskurs aber noch viel zu wenig vorkommt: Fortschritt schafft nicht nur Neues. Er erzeugt auch Zwänge, Abhängigkeiten, Homogenisierung und einen Mitmachdruck, dem man sich irgendwann kaum noch entziehen kann. Besonders stark ist das Buch dort, wo diese Spannung zwischen Fortschritt und Selbstbehauptung sichtbar wird.
Herausgehoben sind für mich die große Themenbreite und der Materialreichtum. Das Buch spricht so viele Fragen an, dass man daraus wahrscheinlich locker zehn Bücher machen könnte."
Rezension von Hanspeter Reiter GABAL Verlag:
MONOFUTURIS ist [. . .] quasi ein Debatten-Buch mit einem Füllhorn an Impulsen für eigenes Reflektieren [. . .] Sich das grundlegend zu verdeutlichen, was an kaum kalkulierbaren Risiken den sicher vorhandenen Chancen gegenüber steht, dafür ist dieses Buch genau das richtige! [. . .] Was dieses Sachbuch besonders macht: Historische Gesamtschau [. . .] Interdisziplinärer Ansatz [. . .] Interkulturelle Perspektive [. . .] Differenzierte Betrachtung [. . .] Es liegt an jenen, die sich diese Lektüre gönnen, Impulse daraus aufzugreifen und sich weiterführende Gedanken zu machen Übrigens exzellent ausgestattet, Hardcover mit Fadenheftung und Leseband plus einem ausführlichen Anhang."
Rezension von schlingpflanze VORABLESEN. DE:
"Ein großartiges Buch über Verantwortung und den hohen Preis, der für permanenten Fortschritt zu zahlen ist. [. . .] Der Autor geht dabei sehr sachlich und anschaulich vor, ganz ohne Ängste zu schüren. [. . .] Das Buch ist sehr gut strukturiert und so aufgebaut, dass man es sich systematisch erarbeiten kann. [. . .] Mich hat das Buch sehr angesprochen. Es hat bei mir eine neue Sicht geweckt, mich in meinen Ahnungen und Befürchtungen bestätigt und somit eine Lawine von Gedanken in Bewegungen setzen können. Ich halte dieses Werk für ungeheuer wichtig, aufrüttelnd und lehrreich und werde es immer wieder zur Hand nehmen. Mein Blick auf die Zukunft hat sich damit sehr gewandelt und meine Entscheidungen werde ich neu überdenken, bevor ich sie treffe."