Als große Fan von Eschbach wurde es langsam mal Zeit, dass ich sein Debüt endlich las, und was soll ich sagen, ich bin nicht nur begeistert, sondern auch beeindruckt.Beeindruckt vor allem von dieser außergewöhnlichen Erzählstruktur: Eschbach beginnt seine Geschichte im Herzen, im Kern der Story, bei den Haarteppichknüpfern und beschreibt uns eine Welt, die nach einem atomaren Krieg wieder in die "Steinzeit" geworfen wurde. Händler sammeln die Teppiche ein und bringen sie an einen anderen Ort. Ein Raumschiff landet und später wird nicht nur dieser Ort, sondern der gesamte Planet verlassen, um wiederum später die Galaxie zu verlassen. Viele Rezensenten empfinden die Kapitel als einzelne, nicht zusammenhängende Geschichten. So habe ich es überhaupt nicht empfunden. Ganz im Gegenteil: Eschbach zoomt zuerst auf eine Location und weitet dann mit jedem Kapitel unser Blickfeld, so wie wenn man mit einem Raumschiff vom Boden abhebt und alles aus der Vogelperspektive betrachtet und immer mehr Dinge ins Blickfeld geraten. Bis im Epilog wieder zurückgezoomed wird und der Kreis sich wunderbar schließt.Sicher, bei dieser Art des Erzählens bleibt vielleicht die eine oder andere Figur auf der Strecke, aber so wie ich den Roman verstehe, geht es Eschbach hier nicht um die Figuren, sondern um das große Ganze. Er erzählt hier von Dingen, die dem kleinen, ärmlichen Haarteppichknüpfer in seiner kleinen Welt gar nicht bewusst sind, die aber trotzdem eine so große Wirkung auf ihn haben, dass sie sein ganzes Leben bestimmen. Vielleicht will uns Eschbach dabei bewusst machen wie klein und unbedeutend ein einzelnes Leben auf einem Planeten ist, wenn man das ganze Universum im Blickfeld hat. Ich habe die Geschichte auch als Parabel/Metapher für die Entstehung von Glauben/Religion gesehen und fand diesen Aspekt besonders interessant. Wie weit gehen Menschen, um ihren Glauben zu verteidigen, auch wenn sie eigentlich gar nicht verstehen, wie dieser Glaube entstanden ist? Er ist einfach von Generation zu Generation weitergegeben worden. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man nicht mehr von diesem Glauben ablassen kann, selbst wenn man erfährt, dass der Glaube seine Berechtigung verloren hat.Ich weiß, ich spreche etwas in Rätseln. Daher meine Empfehlung, am besten selbst lesen! Mir hat es überaus gut gefallen. Die einzige kleine Schwäche gibt es meines Erachtens am Ende, an dem eine Frau ein Geheimnis erfährt und wie genau sie dies erfährt, fühlt sich ein wenig konstruiert an. Aber hey, es ist ein Debüt, da darf man nicht so streng sein. Der Roman "Quest", den ich auch noch nicht kenne, ist ein Prequel und spielt ca. 100.000 Jahre vor den Ereignissen dieses Buches. Da bin ich jetzt schon sehr gespannt ...