Düster, märchenhaft und geheimnisvoll ¿ eine Geschichte zum Miträtseln, die mich neugierig auf Avas weiteren Weg macht.
Manchmal liest man eine Kurzbeschreibung und hat sofort dieses Gefühl: Dieses Buch muss ich lesen. Genau so ging es mir bei Tochter des Nebelwaldes von Gry Kappel Jensen. Eine Mischung aus Ronja Räubertochter, Krabat und Hänsel und Gretel? Dazu eine düstere Märchenatmosphäre? Da war meine Neugier sofort geweckt.Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und mich schnell in dieser besonderen, märchenhaften Welt wiedergefunden. Ich liebe Märchenadaptionen, besonders dann, wenn sie nicht nur die schönen und zauberhaften Seiten zeigen, sondern auch etwas Dunkles und Geheimnisvolles in sich tragen. Und genau das bringt dieses Buch mit. Es wird dabei nicht wirklich gruselig, aber die Geschichte hat etwas Unheimliches und Rätselhaftes, das einen immer wieder überlegen lässt, was sich wohl hinter den Ereignissen verbirgt.Im Mittelpunkt stehen Ava und Linn, die unter sehr schwierigen und ärmlichen Bedingungen aufwachsen. Wir begleiten die beiden auf ihrem Weg und erfahren dabei nach und nach mehr über ihre Welt und die Dinge, die geschehen sind.Was mir besonders gefallen hat: Man wird nicht einfach durch die Geschichte geführt, man darf selbst mitdenken. Immer wieder habe ich mir meine eigenen Theorien zurechtgelegt und überlegt, was wohl passiert sein könnte, welche Geheimnisse noch ans Licht kommen und wohin die Geschichte führen wird. Einige Fragen bleiben dabei bewusst offen, was für mich gerade den Reiz ausgemacht hat.Die Atmosphäre hat für mich etwas von einem alten Märchen, das man sich an einem dunklen Abend erzählen lässt, geheimnisvoll, ein wenig düster und mit dem Gefühl, dass hinter dem Nebel noch etwas verborgen liegt.Für mich ist Tochter des Nebelwaldes ein schönes Jugendbuch, das ich mir gut ab etwa zwölf Jahren vorstellen kann. Gerade wer Märchenadaptionen und Geschichten mit Geheimnissen und einer besonderen Atmosphäre mag, sollte sich das Buch einmal genauer ansehen.