Nora Stern ist eine mehr oder weniger erfolgreiche Schauspielerin, die vor drei Jahren erfolgreich ihrer Alkoholsucht den Rücken gekehrt hat. Die Ehe ist gescheitert, aber ihre beiden Kinder sind ihr ein und alles. Eines Morgens erwacht sie in einem Partykeller und meint am Abend zuvor niedergeschlagen worden zu sein. Der vermeintliche Entführer hat sie mit reichlich Essen und perfider weise mit alkoholischen Getränken versorgt. Sie kann lange ihren Durst ignorieren, nur irgendwann muss sie trinken und leitet damit wieder den Rückfall in ihre Alkohol-Krankheit ein. Sie hat viel zu verlieren, da sie zum einen für eine Rolle in einem Film vorsprechen muss und zum anderen Durch den Rückfall das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren kann. Sie erinnert sich an Renate, eine hilfsbereite Frau aus der Selbsthilfegruppe. Kann sie Nora helfen, möglichst schnell wieder vom Alkohol loszukommen?Die erfolgreiche deutsche Autorin Wiebke Lorenz hat mit ihrem Roman "Voll im falschen Film" das brisante Thema Alkoholsucht aus meiner Sicht hervorragend in eine spannende, humorvolle und authentische Geschichte verpackt. Sie erzählt das Ganze in einem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Durch die etwas skurril wirkende Szene zu Beginn des Buches, in der Nora wieder in die Alkoholsucht getrieben wird, wird der Spannungsbogen des Buches sehr gut aufgebaut und über die ungeklärten Hintergründe, sowie den Kampf gegen den Alkohol stets auf einem hohen Niveau gehalten. Das Besondere des Romans ist für mich zum einen die sehr gute Aufarbeitung des Themas Alkohol, wo der Schrecken dieser Krankheit und die Konsequenzen für die betreffende Person schonungslos offenbart werden, aber zum anderen auch dies dann in eine Story voller humorvoller Momente zu verpacken.Insgesamt ist "Voll im falschen Film" ein außergewöhnlicher und überraschender Roman, der mich mit dem Genre-Mix, der einfühlsamen Geschichte um die bemitleidenswerte Hauptprotagonistin und dem Erzähltalent der Autorin begeistern konnte. Eines meiner Lese-Highlights in diesem Jahr, welches ich natürlich sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.