Liebs einfach, wie humorvoll und authentisch die Autorin echt schwierige Themen rüberbringt!
Weshalb Abby Jimenez mittlerweile meine absolute Wohlfühlautorin ist und ich immer gerne zu ihren Büchern greife? Weil sie es versteht, mich an Themen heranzuführen, mit denen ich mich noch viel zu wenig beschäftigt habe und mir gleichzeitig eine Geschichte liefert, dich mich zum Lachen und Weinen gleichermaßen bringt. "The Friend Zone" musste also hohe Erwartungen erfüllen:)Zur Info: Die Bücher von Abby Jimenez sind alle unabhängig voneinander lesbar. Besonders aber dieser Band, denn er nimmt keinerlei Beziehung zu früheren Büchern.Schreibstil:Abby Jimenez schreibt einfach wundervoll. Sehr locker und humorvoll und dennoch voller Emotionen. Sie schafft es, schwierige Themen authentisch und ernst rüberzubringen, ohne das Ganze zu einem Tragödie zu machen. Vielmehr geht es bei ihr um Mitgefühl und Hoffnung - und genau das hat sie auch bei diesem Buch geschafft. Ich konnte mich super in die Figuren hineinversetzen, habe verstanden, worum es wirklich ging und hatte einfach Spaß beim Lesen.Die Geschichte: Doppeldating at its best?Ein Absatz und ich war von der Geschichte gebannt. Josh und Kirsten treffen sich nämlich direkt auf den ersten Seiten in einer äußerst alltäglichen Situation. Ab dann fliegen die Funken und ich konnte nur voller Eifer weiter und weiter lesen.Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven beider Hauptprotagonisten. So werden auch die Teile der Geschichte, in denen die beiden in eine kleine Funkstille fallen, gut überbrückt. Man kann die Gefühle und Gedanken beider Hauptfiguren nachvollziehen und sie beide immer irgendwie verstehen.Kirsten - hat Myome in der Gebärmutter, wurde streng erzogen, führt einen eigenen Online-Shop & hat eine FernbeziehungKirsten ist so eine Protagonistin, die man erst so gar nicht einzuschätzen weiß, weil sie sich sehr hinter ihrer Fassade versteckt und ihr ganzes Sein fast gegenteilig ist. Zum Beispiel ist sie klein, stellt Hundetreppchen her und hat einen Mini-Hund namens Stuntman Mike. Wer auch immer jetzt eine Klischeeschublade aufgezogen hat, kann diese aber gleich wieder schließen, denn Kirsten ist auch direkt, eine wahre Powerfrau und hat einen Velociraptor, der ihr in schwierigen Situationen zur Seite steht. Was das bedeutet, werdet ihr noch früh genug erfahren^^.Ich mochte an ihr, dass sie sehr prinzipientreu ist und immer genau das sagt, was sie meint. Gleichzeitig ist aber gerade der erste Teil auch der, der für Probleme sorgt, denn ihre Prinzipien definiert sie selbst. Und das vielleicht ein ganz wenig zu selbstlos. Es ist ein auf und ab mit ihr, aber stets begründet, denn sie hat Probleme mit etwas, was nicht gerade leicht zu verarbeiten ist und ihr Umgang damit beweist immer wieder, wie stark sie eigentlich ist.In Bezug auf den Handlungsverlauf ist es mit ihr vielleicht nicht immer ganz einfach, weil sie blockt, wo man eigentlich gerne Fortschritt sehen wollen würde, aber ich fand es nachvollziehbar und habe mich deshalb nicht daran gestört.Josh(ua) - Feuerwehrmann, gutherzig, Tischler & Stuntmans bester FreundWürde ich Josh auf offener Straße begegnen, würde ich ihn wahrscheinlich direkt heiraten. So ungefähr denkt auch KirstenXD Und das vollkommen berechtigt, denn Joshua ist eigentlich viel zu gut für diese Welt. Ein Kerl voller Green Flags, der super viel Vertrauen schafft und Kirsten jederzeit zur Seite steht. Das klingt vielleicht im ersten Moment langweilig, war es aber gar nicht. Man merkte ihm an, wo er sich entwickeln wollte, sah, wo er mitdenkt und Zeit schenkt, aufmerksam ist und sich verliebt - ein Mann, der einfach gut so ist, wie er ist und damit spannend genug. Die Spannung bei ihm ergibt sich daraus, wie er mit Kirsten interagiert. Ich habe gebannt mitverfolgt, wie die beiden sich verliebt haben, wie sie versucht haben, ihre gegenseitigen Grenzen auszuloten und wie sie am Ende in den Kampfmodus geschaltet haben. Das war es, was diese Geschichte lebendig gemacht hat.Protagonistin mit einem Freund? - Fernbeziehung vs. bester FreundInteressant an der ganzen Liebesgeschichte war von Anfang an, dass Kirsten eigentlich einen Freund hat, der allerdings im Ausland dient. Und der wird zunächst sehr positiv dargestellt. Er klingt sympathisch am Telefon, Kirsten ist ihm treu und sie wartet auf ihn. Für uns Leser:innen und für Josh ist also schnell klar: daran lässt sich nichts rütteln. Josh kann nur bester Freund sein, nicht mehr.Ich fand es sehr gut, dass nach und nach immer besser rauskam, was Kirsten sich eigentlich wünscht, weshalb Josh vielleicht eher ihr Mann ist und was sie vom Leben erwartet. Dazu kam die tieferliegende Thematik, die stets in all ihre Entscheidungen mit reinspielte. Die Spannung war da, der Kitzel auch, aber gleichzeitig war für alle klar, dass es so nicht mehr werden würde und trotzdem war es spannend und interessant. Der Humor, den die beiden teilen, ließ mich immer wieder schmunzeln und auf das Beste für alle hoffen. Und ganz nebenbei gibt es ja auch noch die Nebenfiguren, die nicht weniger liebenswert sind.Mein Freund möchte Kinder. Ich kann keine Kinder bekommen. - Eine Frage, die viel Schmerz erzeugtDas Grundthema dieser Geschichte ist Kirstens Unfähigkeit, Kinder zu bekommen. Wenn ich mit meinen Freundinnen rede, dann kommt es uns leicht über die Lippen, dass man das schon früh beim Daten klären sollte: Kinder, ja oder nein? Aber was ist, wenn eine/r ein Kind möchte, es aber nicht haben kann? Genau darum geht es hier.Das Thema ist nicht einfach und mit vielen Gedanken und Emotionen verbunden. Die Autorin hat es aber mal wieder geschafft, dieses Thema sehr einfühlsam und authentisch zu vermitteln. Ich habe mitgelitten und gleichzeitig weitergedacht. Mich beeindruckt es immer wieder, wie die Autorin diese Themen so in ihre Geschichten einbindet, dass man sie ganz natürlich mitliest und trotzdem nach Beenden des Buches unheimlich viel davon mitnimmt. Ich glaube, wen man nicht selbst betroffen ist, dann hat man nun zumindest sehr viel mehr Verständnis für Betroffene und allein das ist eine Leistung.Schön ist es einfach, dass der Geschichte trotzdem nicht die Leichtigkeit fehlte und man hier keine dramatische Tragödie liest, sondern auch dieses Pärchen wieder vor Liebe und Leben pulsiert.Ganz kleiner Kritikpunkt zum Ende hin (oder vielleicht vielmehr eine Anmerkung): Kirsten muss hier wirklich hart überzeugt werden. Es geht darum, dass sie sich selbst im Weg steht. Gleichzeitig ist "überzeugen von" natürlich auch mit Vorsicht zu genießen. Wer weiß schon wirklich, was das Beste für jemanden ist? Wann ist es freiwillig und wann aufgedrängt? Kirsten balanciert da sehr schmal an der Grenze. Meiner Meinung nach, ist es alles sehr nachvollziehbar und begründet, weshalb ich es nicht als negativ aufgefasst habe. Aber man darf diese Art und Weise, wie Josh mit ihr umgeht, keinesfalls normalisieren. So viel sei gesagt:)Fazit:Mit diesem Buch konnte mich Abby Jimenez wieder vollkommen von sich überzeugen. Eine Geschichte, die jede Seite wert ist. Ein wichtiges Thema wieder authentisch und nachvollziehbar in einen Handlungsverlauf verwoben, der durch Humor und Emotionen, Spannung und charakterstarken Figuren gezeichnet ist. Besonders gefreut hat mich, wie die Autorin mit dem Thema Fernbeziehung und neuverlieben und Best-Friends-To-Lovers umgegangen ist. Das sind eigentlich nicht meine Lieblingstropes, hier war ich aber einfach nur begeistert.Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.