Frankfurt in absehbarer Zukunft. In der Zeit des Hyperkapitalismus eine private Stadt. Gesichert vom privaten Militär. Herberge ultrareicher Menschen. Und das alles gesteuert von der Stadtverwaltung in einem der gläsernen High-End-Jochhäuser im Zentrum. Wobei, so viele Menschen sind ja gar unterwegs auf den Straßen. Die Masse lebt in eher gesichtslosen Vororten und geht niederen Beschäftigungen nach, um das alles am Laufen zu halten. Beschäftigungen, die die "Bots", Maschinen bis teilhumane Wesen, nicht dauerhaft hinbekommen haben. Da sie gerne in ihrem eigenen Netzwerk abdriften oder mit Fehlfunktionen versehen sind und auf den Straßen irrlichtern. Alles nicht schlimm, denn die "KI" der Stadt hat alles weitgehend im Griff. Und lässt auch jene herumvagabundierenden, weitgehend obdachlosen Jugendlichen einfach ihr Ding machen. Alle sind ja durch Chips vernetzt, selbst das "Phantommetz" jener, die nicht "im System" zu Hause sind, stellt keine reale Gefahr dar. Alles im Griff, alles geschmeidig, könnte man sagen. Bis Jov, eine Nachwuchs-Coderin, einen Job in der Verwaltung angeboten bekommt. Ohne dass es eine genaue Beschreibung dessen geben würde, was denn nun ihre Aufgabe überhaupt wäre. Da muss man in dieser Megapolis der Zukunft, die nur eine unter vielen privaten Metropolen auf der Welt ist, mit Absicht selbst draufkommen. Was, interessanterweise, einen echten Menschen "von außen" brauchen wird.Per hat von ihrer Mutter einen kleinen Imbiss übernommen. Einer der wenigen Ort, an dem es noch "echte Nahrung gibt. Auch wenn das alles auf Pilzen beruht. Immer noch "echter", als die Nährwürfel, die ansonsten synthetisch die Menschen ernähren. Im Übrigen, wie sich zeigen wird, eher schlecht als recht. Hinter den Kulissen gibt es schon Probleme, die auf Strecke hin ernste Gefahren mit sich bringen würden. Wenn nicht, und das ist vielleicht das Wesen eine High-End KI, ganz andere Formen von Leben plötzlich denkbar werden könnten. Doch zunächst stirbt eine der Jugendlichen auf den Straßen. Leider genau an Pers Tresen. Die sich jut zuvor eine neuartige Droge in Tech-Chip Form injiziert hatte. Und deren Tod Tad, einen aus der Clique, fassungslos, aber nicht gebrochen, zurücklässt. So kommt eine unwahrscheinliche Gruppe zusammen aus Militär, Bots, streunenden Jugendlichem, auch Jov und, am Rande, sogar noch ihr "unvertrauter" Vater. Was wie ein gigantischer Zufall wirken mag. Wenn man ohne eine allumfassende KI die Rechnung machen würde. Denn am Ende stellt sich so gut wie jeder der Beteiligten als anders heraus, als man meinen würde. Gemeinsam auf dem Weg zu einem Geheimnis, das vieles in anderem, neuem, vielleicht kaltem Licht erstrahlen lassen könnte. Was auf den ersten Blick verwirrend erscheinen mag. Und es leider auch auf den zweiten Blick noch ein wird. Nicht alle der Figuren sind dabei gut getroffen und kommen Lesern und Leserinnen schlüssig nah. Wie auch die Queste an sich etwas verquast" am Ende ist. Wie auch der "Ermittlungsweg" zu den Hintergründen all der Geschehen nicht wirklich spannend vorliegt, sondern sich in Assoziationen, Umwegen, künstlich herbeigeführten Verbindungen der handelnden Personen nicht selten ein wenig verliert. Interessant ist und bleibt ein, inzwischen, gar nicht mehr unrealistischer Blick in eine vom Geld beherrschte, hochtechnische Zukunft. Und ein Ausblick auch auf das, was danach fast logisch sich an "neuen Wegen" ergeben müsste.Wobei die Geschichte drumherum beim Lesen doch Mühe bereitet.