Cover & Klappentext
Hier war es definitiv der Klappentext, der mich überzeugt hat, das Buch zu lesen. Er verspricht aufgrund der implizierten Spannung einen Pageturner. Und das ist bei der Länge auch angeraten.
Das Cover ist einfach nicht mein Fall. Angefangen von dem Model bis hin zu den Details. Allerdings passt es aufgrund der geheimnisvollen Art zum Inhalt.
Meinung
Schon der Prolog hat mich fasziniert, sodass ich gespannt war, was mich erwartet. Da dieser schon nicht ohne ist, verweise ich auf die Triggerwarnung. Es gibt diverse Szenen, die recht plastisch dargestellt wurden, was für Zartbesaitete unter Umständen zu heftig sein könnte.
Die Hauptprotagonistin ist schwer einzuschätzen. Gerade zu Beginn lässt sie sich kaum fassen. Das wird auch im Verlauf nur bedingt besser. Bei psychischen Belastungen ohne Diagnose mag das nachvollziehbar sein, aber sie ist nun mal der Dreh- und Angelpunkt. Summer steht im Fokus. Deshalb hätte ich gern eine stärkere Verbindung zu ihr hergestellt, die hoffentlich in der Fortsetzung noch intensiver wird.
Der erste Teil der Avalon University ist erstaunlich komplex und lang geworden. Persönlich habe ich kein Problem damit, wenn Bücher die herkömmliche Seitenanzahl überschreiten, ganz im Gegenteil. Hier hätte aber deutlich gekürzt werden können, da es zu einigen Wiederholungen kam und zu diversen Längen. Bei so einem Machwerk sind langatmige Szenen extrem ungünstig, weil es dazu führen kann, dass Leser abbrechen.
Mich hat es trotzdem gefesselt. Denn obwohl ich meine Schwierigkeiten mit Summer hatte, fand ich Alice toll. Quirlig, besitzergreifend und immer ein bisschen extrem.
Bis man Näheres über Summer erfährt, dauert es, was ich keineswegs als Kritik ansehe, schließlich muss man sich erst einmal ein Bild von ihr machen.
Im Prinzip besteht sie aus mehreren Widersprüchen. Auf der einen Seite hatte ich den Eindruck, sie wolle eher unsichtbar bleiben, sorgt jedoch gleichzeitig dafür, aufzufallen. Das war eher verwirrend.
Zudem passte das Alter nicht so richtig. Laut meinem Verständnis müsste sie Ende zwanzig sein, benimmt sich aber, als wäre sie ein Teenager.
Im Verlauf gibt es mehrere Spannungsspitzen, die mich immer wieder angefixt haben, obwohl das Tempo im Großen und Ganzen eher gemächlich ist. Erst zum Ende hin wird es so rasant, als hätten die Autorinnen schnell den ersten Teil abschließen wollen. Das ist schade, denn das Buch ist durchaus lesenswert. Es bringt alles mit, um gut zu unterhalten. Eine interessante Hauptprotagonistin, diverse Nebencharaktere, die viel Potenzial aufweisen, und eine Mischung aus Krimi-, Thriller- und Fantasy-Elementen. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz.
Der Schreibstil ist flüssig mit Potenzial nach oben. Er führt den Leser sicher durch den ersten Band, ohne sich aufzudrängen, sodass man sich komplett auf die Handlung konzentrieren kann. Und das ist auch wichtig, um den ganzen Verwicklungen folgen zu können.
Trotz meiner genannten Kritik hat die Geschichte etwas an sich, was mich nicht so schnell loslassen wollte, sodass ich wohl dranbleiben werde. Auch der Cliffhanger sorgt dafür, dass ich auf die Fortsetzung gespannt bin.
Fazit
Ein vielschichtiges Werk, bei dem gerade erst an der Oberfläche gekratzt wurde. Die Hintergründe und Verwicklungen dürften noch viel Potenzial bereithalten. Allerdings mag die Länge den ein oder anderen Leser einschüchtern. Ich für meinen Teil kann es trotzdem empfehlen, auch wenn man ein wenig Geduld aufbringen muss, um sich richtig in der Story zu verankern.
Ich vergebe dreieinhalb von fünf Sternen, runde aber auf vier auf, weil ich die Hoffnung habe, dass sich ein Teil der genannten Punkte in der Fortsetzung verliert.