In diesem tiefgründigen und berührenden Roman begegnen wir drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Aabidah flieht aus ihrem vom Krieg gezeichneten Heimatland Syrien. Ihr einziger Wunsch ist es, mit der Familie in Deutschland in Sicherheit anzukommen. Unvorhergesehene Ereignisse führen sie jedoch in die Schweiz, in der sie ihr neues Leben aufbauen. Alma zeichnet für mich eine ganz beeindruckende Protagonistin, die zugleich fest entschlossen ist für ihre Familie alles zu geben und gleichzeitig auch sehr verletzlich wirkt. Ihr Schicksal geht tief unter die Haut und hat mich richtig berührt.
Emma ist eine Schweizer Hebamme, selbst Mutter und führt eigentlich ein Bilderbuchleben. Immer mehr fühlt sie sich jedoch im Alltagstrott wieder. Als ein Ereignis sie schwer erschüttert, fängt sie an, an ihren Fähigkeiten als Hebamme zu zweifeln. Alma gelingt es meisterhaft, das innere Zerwürfnis so authentisch auf Papier zu bringen, dass ich mir oft vorgestellt habe, wie Emma sich heute fühlen muss.
Iryna lebt in der Ukraine, kommt aus schwierigen familiären Verhältnissen und versucht ihre Kinder und sich über die Runden zu bringen. Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung, die ihr ganzes Leben von Grund auf verändern wird. Mit grosser Intensität erzählt Alma hier vom Schicksal einer Frau, die aus tiefer Verzweiflung Entscheidungen trifft, die sie bis an ihre Grenzen bringen.
Die Wege der drei Frauen werden sich kreuzen, wie genau möchte ich hier nicht verraten, um keine Spoiler zu geben. Ich bin so überzeugt von diesem Roman, der mir noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben wird. Der intensive und authentische Schreibstil von Alma zieht die Leser: innen sofort in die Gefühlswelt der Figuren hinein, jede Emotion, jeden Zweifel und jede Hoffnung habe ich hautnah miterlebt. Ein grosses Leseerlebnis!
Ich kann das Buch allen empfehlen, die Geschichten voller Emotionen, Schicksal und innerer Stärke schätzen.